Bei einer Langhaar- oder Halblanghaarkatze hilft im Sommer meist regelmäßiges, kurzes Bürsten in den kühlen Tagesstunden am besten, um abgestorbenes Fell zu entfernen. Die Entscheidung, sie zu scheren, sollte nicht allein deshalb getroffen werden, weil es heiß ist: Besprich sie mit einer Tierärztin, einem Tierarzt oder einer auf Katzen spezialisierten Pflegefachkraft. Das sind zwei verschiedene Dinge: die tägliche Pflege und eine Ausnahmeentscheidung, die von Fall zu Fall abzuwägen ist.
Was bei Hitze wirklich zählt
Abgestorbenes Fell, das im Fellkleid verbleibt, kann verfilzen und Schmutz festhalten. Es regelmäßig zu entfernen hilft, das Fell sauber und leichter kontrollierbar zu halten: Das gehört zur täglichen Pflege, während eine Schur die Ausnahme bleibt.
Die Grundlagen ändern sich jedoch nicht: Frisches Wasser sollte immer bereitstehen und es sollte Schattenplätze geben, an denen sich die Katze hinlegen kann, wann immer sie möchte. Das Bürsten ergänzt diese Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht.
Wann und wie lange an heißen Tagen bürsten
Wähle die kühlsten Stunden, früh am Morgen oder am Abend, und einen kühlen Bereich in der Wohnung. Beginne nicht gleich, nachdem die Katze in der Sonne war, und auch nicht, wenn sie gerade einen kühlen Platz sucht: In diesen Momenten braucht sie Ruhe und sollte nicht gestört werden.
Besser sind kurze Einheiten von wenigen Minuten, bei Bedarf auf zwei Tageszeiten verteilt, als eine lange Sitzung. Wie oft gebürstet werden sollte, hängt davon ab, wie viel Fell deine Katze verliert und wie sehr es zum Verfilzen neigt: Bei vielen Langhaarfellen bewährt sich tägliches oder jeden zweiten Tag stattfindendes Bürsten. Das ist jedoch nur eine allgemeine Orientierung, die angepasst werden sollte.
Üblicherweise verwendet man einen Kamm mit breiten und einen mit schmalen Zinken sowie eine Zupfbürste mit leichtem Druck. Werkzeuge für die Unterwolle sollten sparsam und niemals auf geröteter Haut eingesetzt werden.
Hör auf, wenn die Katze weggeht, Unbehagen zeigt oder hechelt: Lieber später weitermachen, als darauf zu bestehen. Hechelt sie auch in Ruhe oder wirkt sie schwach, kontaktiere sofort die Tierärztin oder den Tierarzt.
Worauf du beim Bürsten achten solltest
Das Bürsten ist auch eine Gelegenheit, das Fell aus der Nähe anzusehen. Achte auf:
- die Haut: Rötungen, Krusten, feuchte Stellen;
- Knoten, besonders an den Stellen, an denen sie sich am häufigsten bilden: hinter den Ohren, unter den Achseln, am Bauch, an den Innenseiten der Oberschenkel und am Schwanzansatz;
- sichtbare Parasiten, vor allem wenn die Katze nach draußen geht;
- stellenweisen Haarausfall;
- Stellen, die sie auffällig oft leckt.
Du musst nicht wissen, worum es sich handelt: Das sind Anzeichen, die du der Tierärztin oder dem Tierarzt zeigen solltest, ohne Vermutungen anzustellen oder selbst Mittel auszuprobieren. Für eine Einschätzung kannst du in der PawsPet-App über den Tab „Dienste“ nach Tierärztinnen und Tierärzten in deiner Nähe suchen, mit dem Typ „Tierarzt“ und den Filtern für Gebiet und Entfernung (die Ergebnisse hängen davon ab, welche Fachpersonen in deiner Gegend verfügbar sind).
Katze scheren: wann und mit wem darüber sprechen
Eine Schur ist keine sommerliche Routine, sondern eine Entscheidung, die von Fall zu Fall abgewogen werden sollte. Es ist sinnvoll, mit der Tierärztin, dem Tierarzt oder einer auf Katzen spezialisierten Pflegefachkraft darüber zu sprechen, wenn:
- sich großflächige oder hautnahe Filzplatten (kompakte Knoten) gebildet haben;
- die Hygiene im hinteren Bereich schwer aufrechtzuerhalten ist;
- die Katze sich nicht mehr selbst pflegen kann;
- die Tierärztin oder der Tierarzt die Schur bereits empfohlen hat.
Bevor du dich entscheidest, kannst du die Fachperson fragen, welche Bereiche geschoren würden, wie kurz das Fell geschnitten würde, wie der Stress der Katze gehandhabt wird und wie die Haut danach geschützt werden sollte.
Was du zu Hause nicht tun solltest
- Keine Schere und keine improvisierten Haarschneidemaschinen: Die Haut der Katze wird leicht verletzt, und sie kann sich plötzlich bewegen.
- Keine Schur aus Gewohnheit oder allein wegen der Hitze.
- Keine Bäder als tägliche Maßnahme gegen die Hitze.
- Keine neuen Produkte für Fell und Haut verwenden, ohne zuvor eine Fachperson um Rat gefragt zu haben.
So fängst du an
Wähle eine kühle Tageszeit, zu der deine Katze am ruhigsten ist, lege Kamm und Bürste bereit und bürste sie kurz. Notiere, was dir auffällt (Knoten, Haut, Haarausfall): Falls du später eine Einschätzung brauchst, hast du etwas Konkretes, das du der Tierärztin oder dem Tierarzt zeigen kannst. Diese Hinweise sind allgemeiner Natur: Bei Fragen zu deiner Katze ist die Tierärztin oder der Tierarzt die richtige Ansprechperson.



