Wenn du eine erwachsene Katze aus einem Tierheim, einer Katzenauffangstation, einem Tierschutzverein oder einer Pflegestelle nach Hause holst, solltest du ihr einen kleinen, abschließbaren und wenig genutzten Raum vorbereiten: einen vollständigen Rückzugsort, in dem sie alles findet, ohne den Rest des Hauses erkunden zu müssen. Für sie sind das Zuhause und die Menschen unbekannt; für dich ist der Raum der Ort, an dem du beobachten kannst, wie sie frisst, trinkt und das Katzenklo benutzt. Das ist eine vorübergehende Lösung: Ihr Verhalten, nicht der Kalender, zeigt dir, wann du ihr mehr Raum geben kannst.
Welchen Raum solltest du auswählen?
Wähle den Raum vor dem Einrichten anhand dieser Kriterien aus:
- eine Tür, die sich richtig schließen lässt;
- wenig Durchgangsverkehr, weit weg vom Eingang und von lauten Haushaltsgeräten;
- angenehme Temperatur und Tageslicht;
- genug Platz, damit du dich hinsetzen kannst, ohne ihr auf die Pelle zu rücken;
- wenige Möbel, damit es weniger unerreichbare Spalten gibt.
Ein Arbeitszimmer, Gästezimmer oder ein anderer selten genutzter Raum eignet sich gut. Ein Badezimmer kommt nur infrage, wenn es groß genug und wenig in Gebrauch ist, sodass das Katzenklo weit genug vom Futter stehen kann; andernfalls ist ein anderer Raum besser. Wenn kein Raum perfekt ist, wähle den mit der Tür, die sich am besten schließen lässt, dem geringsten Durchgangsverkehr und den wenigsten Spalten.
So richtest du den Raum ein
Vier Bereiche reichen aus, jeder mit einer klaren Aufgabe:
| Bereich | Wo | Warum |
|---|---|---|
| Versteck und Ruheplatz | In der am weitesten von der Tür entfernten Ecke, mit mindestens zwei Möglichkeiten: zum Beispiel einem Karton mit zwei Öffnungen und der offenen Transportbox mit einer Decke | Wenn sie wählen kann, wo sie sich versteckt, gibt ihr das Sicherheit. Ein Karton mit zwei Öffnungen vermittelt ihr nicht das Gefühl, in der Falle zu sitzen; die Transportbox wird zu einem vertrauten Ort, der auch für künftige Tierarztbesuche nützlich ist |
| Futter und Wasser | An einem ruhigen Platz, weit weg vom Katzenklo | Katzen halten Futter und ihre Bedürfnisse normalerweise gern getrennt, und du siehst sofort, wie viel sie frisst und trinkt |
| Katzenklo | In einer ruhigen, leicht erreichbaren Ecke, weit weg von Näpfen und Tür | Sie kann es benutzen, ohne sich ausgesetzt oder gestört zu fühlen, und du bemerkst sofort, ob sie es nutzt |
| Erhöhter Platz und Kratzbaum | Ein stabiles Regalbrett oder ein hoher Kratzbaum sowie ein Kratzbaum in der Nähe des Ruheplatzes | Von oben aus kann sie den Raum überblicken; mit dem Kratzbaum neben dem Ruheplatz kann sie sich strecken und kratzen, sobald sie aufsteht |
Die Grundidee ist einfach: kurze Wege zwischen den Bereichen, ohne offene Flächen überqueren zu müssen. So bewegt sich die Katze sicher, und du kannst sie beobachten, ohne sie zu verunsichern.
Den Raum katzensicher machen
- Fenster: Wenn du nicht da bist, bleiben sie geschlossen. Auch bei Kippfenstern ist Vorsicht geboten, denn die Katze kann darin stecken bleiben. Bei der Wärme im späten Frühling bleiben Fenster zwar häufiger offen, aber ein gewöhnliches Fliegengitter ist kein katzensicherer Schutz.
- Unerreichbare Zwischenräume: Sichere Bereiche hinter und unter Möbeln, Betten mit Bettkasten und Sofas so, dass die Katze nicht hineingelangt. Biete ihr stattdessen ein Versteck an, das du erreichen kannst.
- Kabel und kleine Gegenstände: Entferne Kabel, Kordeln von Vorhängen, Gummibänder, Fäden und kleine Gegenstände.
- Pflanzen und Reinigungsmittel: Stelle Pflanzen weg, deren Unbedenklichkeit du nicht mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abgeklärt hast, und bewahre Reinigungsmittel sowie andere Haushaltsprodukte verschlossen auf.
- Tür: Öffne und schließe sie vorsichtig und behalte immer im Blick, wo die Katze ist. Vereinbare diese Regel mit der ganzen Familie.
Was du im Tierheim erfragen und mit nach Hause nehmen solltest
Frage vor der Abholung die Person, die sich um die Katze kümmert:
- welches Katzenstreu und welche Streu sie gewohnt ist;
- welches Futter sie frisst und zu welchen Zeiten;
- wo sie gern ruht oder sich versteckt;
- wie sie auf Menschen, Geräusche und Berührungen reagiert;
- welche Gesundheitsinformationen und Unterlagen du erhältst.
In den ersten Wochen solltest du möglichst dieselbe Streu und dasselbe Futter wie im Tierheim verwenden: Das gibt ihr an einem neuen Ort Vertrautes. Etwaige Umstellungen sollten schrittweise erfolgen und mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abgestimmt werden. Bitte auch um eine Decke mit ihrem Geruch, lege sie in den Ruhebereich und wasche sie nicht sofort.
Damit du die erhaltenen Unterlagen griffbereit hast: Wenn du in der PawsPet-App das Profil der Katze anlegst, kannst du sie im letzten Schritt direkt hochladen, zum Beispiel die Adoptionsunterlagen und den Impfpass.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Die Tür offen lassen, um zu sehen, ob sie herauskommt. Lass sie geschlossen: In einem unbekannten Zuhause könnte die Katze sich irgendwo verstecken, wo du sie nicht erreichen kannst.
- Sie aus ihrem Versteck holen. Lass sie dort und beobachte aus der Ferne, ob sie frisst, trinkt und das Katzenklo benutzt.
- Die Näpfe neben das Katzenklo stellen. Platziere sie auf gegenüberliegenden Seiten des Raums.
- Den Raum täglich umräumen. Lass alles, wie es ist: Vertraute Dinge an ihrem Platz geben ihr Sicherheit.
- Den Fernseher oder die Musik laut laufen lassen oder intensive Raumdüfte verwenden. Eine niedrige Lautstärke und neutrale Gerüche sind besser: Das Gehör und der Geruchssinn von Katzen sind sehr fein.
- Spielzeug mit Schnüren unbeaufsichtigt liegen lassen. Verwende es nur, wenn du dabei bist, und räume es direkt danach weg.
- In den ersten Tagen Freunde einladen. Verschiebe Besuche: Im Moment reichen die Menschen aus dem eigenen Haushalt.
Checkliste vor der Abholung
- Raum ausgewählt und Punkt für Punkt überprüft.
- Vier Bereiche eingerichtet.
- Decke mit ihrem Geruch beim Tierheim erbeten.
- Dasselbe Futter und dieselbe Streu wie im Tierheim besorgt.
- Transportbox bereit.
- Telefonnummern des Tierheims und einer Tierarztpraxis notiert.
- Regeln in der Familie abgesprochen, angefangen bei der Tür.
Setz dich am Tag vor der Abholung auf den Boden und betrachte den Raum auf Katzenhöhe: Spalten, Kabel und Stellen, in die sie hineinschlüpfen könnte, fallen dir so viel leichter auf.
FAQ
Wie lange sollte die Katze im Startzimmer bleiben?
Es gibt keine feste Dauer: Entscheidend sind ihr Appetit, die Nutzung des Katzenklos und ihr Wunsch, die Umgebung zu erkunden. Solange eines dieser Anzeichen fehlt, solltest du ihr besser nicht mehr Raum geben. Wenn dir etwas Sorgen bereitet, frage die Tierärztin oder den Tierarzt.
Ändert sich etwas, wenn andere Tiere im Haushalt leben?
Ja: Das Zimmer dient auch dazu, die Tiere voneinander getrennt zu halten. Wähle deshalb einen Raum, durch den die anderen Tiere nicht hindurchmüssen, und prüfe, ob sich die Tür gut schließen lässt. Die Zusammenführung ist ein eigener, schrittweiser Prozess, den du nicht überstürzen solltest.



