Die Pflegefamilie braucht einen einheitlichen, schriftlichen Bogen, der bei der Übergabe gemeinsam durchgesehen wird. Teile ihn in sechs Bereiche ein: Kontakte und Zuständigkeiten, Gesundheit, Fütterung und Routinen, bekanntes Verhalten, Regeln des Vereins sowie Materialien und Dokumente. Ergänze den Namen des Tieres, das Datum der letzten Aktualisierung und den Namen der Person, die den Bogen ausgefüllt hat.
Kontakte und Zuständigkeiten
Mache Kontakte und Zuständigkeiten sofort sichtbar, ohne auf frühere Nachrichten zu verweisen:
- Ansprechperson und Vertretung: Name, Telefonnummer, Erreichbarkeitszeiten und Vorgehen außerhalb dieser Zeiten.
- Tierarzt des Vereins: Kontaktdaten und vereinbarte Hinweise für den Fall, dass er nicht erreichbar ist.
- Genehmigungen: Wer Besuche, Medikamente, Ausgaben und besondere Ausgänge genehmigt und was die Pflegefamilie ohne Rückfrage selbst entscheiden kann.
- Ausgaben: Welche Belege aufbewahrt und an wen sie gemäß den internen Regeln geschickt werden sollen.
- Entlaufen und Verletzungen: Erstelle zwei getrennte Kontaktketten und gib an, wer zuerst benachrichtigt und wen man anruft, wenn niemand antwortet.
Gib bei üblichen Genehmigungen auch an, wie sie angefragt werden und wo die schriftliche Antwort aufbewahrt werden soll. Überprüfe die Kontaktdaten vor der Übergabe.
Bei einem medizinischen Notfall zuerst den Tierarzt kontaktieren: Das Warten auf eine interne Genehmigung darf den Hilferuf nicht verzögern.
Gesundheit: Was bekannt ist, mit Datum, und was nicht
Schreibe „nicht bekannt“, statt Felder leer zu lassen: Das bedeutet nicht „nicht vorhanden“. Gib die Informationsquelle und den Zeitpunkt der Überprüfung an. Übertrage Behandlungen genau nach der Verordnung; bitte den Tierarzt um Klärung, wenn etwas mehrdeutig ist.
| Angabe | Beispiel für einen Eintrag |
|---|---|
| Impfungen und Parasitenmittel | [Impfung oder Behandlung], verabreicht am [Datum oder nicht bekannt]. |
| Kastration und Mikrochip | Kastration: [Status und Datum oder nicht bekannt]; Mikrochip: [Nummer oder nicht bekannt]. |
| Allergien und Unverträglichkeiten | [Bestätigte Informationen oder nicht bekannt]. |
| Laufende Behandlung | [Verschriebenes Mittel], [verordnete Menge], [Tageszeit und Uhrzeit]; verschrieben von [Tierarzt]. |
| Letzte Gabe und voraussichtliches Ende | Letzte Gabe: [Datum und Uhrzeit]; voraussichtliches Ende: [Datum oder Angabe laut Verordnung]. |
| Nächste Kontrolltermine | [Kontrolle], [Datum], organisiert von [Ansprechperson]. |
Bei mehreren Behandlungen wiederhole die entsprechenden Zeilen für jede einzelne, ohne unterschiedliche Anweisungen zusammenzufassen. Bestimme eine Ansprechperson, die fehlende Angaben beschafft: Die Pflegefamilie sollte die Krankengeschichte nicht aus verschiedenen Chats zusammensuchen müssen.
Fütterung und Routinen in den ersten Tagen
Notiere das derzeitige Futter, die bereits vereinbarten Mengen und den mitgegebenen Vorrat, um abrupte Änderungen zu vermeiden. Änderungen der Fütterung müssen mit dem Verein abgestimmt werden. Gibt es eine verordnete Diät, übernimm sie unverändert und lege die Anweisungen des Tierarztes bei.
Ergänze diesen Bereich um:
- Fütterungszeiten; Wasser zur Verfügung sowie Zeitpunkte, zu denen es kontrolliert und erneuert wird.
- Verwendete Katzentoilette oder Ausgänge, mit den üblichen Zeitspannen und Uhrzeiten.
- Schlafplatz und vertrauter Gegenstand, der mitgegeben werden soll, zum Beispiel eine bereits benutzte Decke.
- Was sich nachweislich zur Beruhigung bewährt hat, mit Beschreibung der konkreten Situation.
Halte fest, was an diesem Tag bereits erledigt wurde: letzte Mahlzeit, Reinigung der Katzentoilette oder letzter Ausgang.
Beobachtetes Verhalten und Vorsichtsmaßnahmen
Verwende für Kinder, Hunde, Katzen, Geräusche, Umgang, Autofahrten und Alleinsein drei Kennzeichnungen:
- Beobachtet: Verhalten, das direkt beobachtet wurde, mit Datum und Kontext.
- Berichtet: Erhaltene Information, mit Angabe, von wem und wann.
- Nicht getestet: Situation, die noch nie überprüft wurde; stelle sie nicht als sicher dar.
Notiere bei jedem Punkt, wie sich das Tier verhält und welche Vorkehrungen bereits getroffen wurden. Vermeide allgemeine Bezeichnungen wie „brav“ oder „schwierig“. Eine einzelne Beobachtung darf nicht als Garantie für Verträglichkeit in jeder Situation dargestellt werden.
Formuliere für die ersten Tage klare Vorsichtsmaßnahmen gegen ein Entlaufen: Türen und Fenster kontrollieren, geplante Ausgänge an der Leine mit gut angepasster Ausrüstung, kein Freilauf ohne Genehmigung. Bei Begegnungen mit den Haustieren der Familie sind die Hinweise des Vereins zu befolgen.
Die Regeln des Vereins, schwarz auf weiß
Es handelt sich nicht um allgemeingültige Regeln, sondern um Fragen, die der Verein für diese Pflegestelle beantworten muss.
- Wer organisiert Treffen mit möglichen Adoptanten und wo finden sie statt?
- Welche Fotos oder Inhalte dürfen in sozialen Medien veröffentlicht werden? Die Adresse der Pflegestelle darf nicht veröffentlicht werden.
- Darf das Tier während Abwesenheiten und im Urlaub anderen Personen oder Fachkräften anvertraut werden? Mit welcher Genehmigung?
- Wie oft sollen Aktualisierungen geschickt werden, an wen und über welchen Kanal?
- Wenn die Pflegestelle beendet werden muss: Wen kontaktieren, welche Vorankündigungsfrist erfragen und wie die Rückgabe organisieren?
Was persönlich übergeben und was geteilt wird
Gehe gemeinsam mit der Familie durch, was übergeben wird:
- Futter und Vorrat.
- Transportbox, Leine und Geschirr, je nach Bedarf des Tieres.
- Medikamente mit schriftlichen Anweisungen entsprechend der Verordnung.
- Kopien der Dokumente und ausgedruckte Kontaktdaten.
Notiere auch, was noch beschafft werden muss und wer dafür zuständig ist.
Wenn du das Tier in der PawsPet-App für Tierhalter registrierst, kannst du die betreuende Person als Mitarbeiter mit gezielten Berechtigungen hinzufügen. So lassen sich aktuelle Daten teilen, ohne Chatverläufe durchsuchen zu müssen.
Der Besitzer des Tierprofils öffnet die Detailansicht des Tieres und anschließend das Menü ⋮ » «Collaboratori» » «Aggiungi collaboratore»: Er sucht die Person anhand des Namens oder der E-Mail-Adresse und wählt die Berechtigungen für die einzelnen Bereiche aus. Die Ansicht Generale ist immer aktiviert; für Salute, Attività und Collaboratori wählst du „Visualizza“ oder zusätzlich „Modifica“. Dies sind Datenberechtigungen, keine Genehmigungen, Entscheidungen über das Tier zu treffen.
Beachte folgende Einschränkungen:
- Die Person muss bereits ein PawsPet-Konto haben.
- Dokumente und der Pass im Bereich „Anagrafica“ sind für Mitarbeiter nicht sichtbar: Übergib Kopien separat.
- Mit „Modifica“ für Salute können auch Einträge gelöscht werden: Erteile diese Berechtigung nur, wenn die Pflegestelle Gewicht oder Gesundheitsnotizen eintragen soll; zum Anzeigen genügt „Visualizza“.
- Der Zugriff läuft nicht automatisch ab: Entferne ihn am Ende der Pflegestelle.
Der schreibgeschützte Link über ⋮ » «Condivisione» ist eine öffentliche Alternative: Jeder, der ihn besitzt, sieht auch ohne Konto den Mikrochip und den Standort, sofern diese Angaben eingetragen sind. Trage die Adresse der Pflegestelle nicht in das Feld „Posizione“ ein. Wenn du die Freigabe deaktivierst und wieder aktivierst, bleibt derselbe Code gültig – also auch der alte Link.
Bei der Übergabe: Gemeinsam durchlesen
Bevor ihr euch verabschiedet:
- Lest den Bogen gemeinsam durch und klärt alle Fragen, besonders zu Behandlungen und Kontakten. Wenn ihr etwas ändert, aktualisiert beide Exemplare.
- Bitte die Familie zu bestätigen, dass sie den Bogen, die Verordnungen und die Dokumentenkopien erhalten hat.
- Vereinbart die erste Rückmeldung: Tag, Uhrzeit und Kanal.
- Bewahre eine Kopie beim Verein auf und aktualisiere sie bei jeder Änderung. Vermerke das neue Datum auch auf der mit der Pflegestelle geteilten Version.



