Die Leine, mit der der Hund geführt wird, bleibt in der Hand eines Erwachsenen, auch wenn ein Kind sie halten möchte. Das Kind kann mit einer zweiten Leine mitgehen, aber nur, wenn der Hund nicht zieht und auf Begegnungen gelassen reagiert und der Weg ruhig ist. Mit Kinderwagen braucht es Vorbereitung oder einen zweiten Erwachsenen. Längere Tage laden dazu ein, gemeinsam nach draußen zu gehen. Legt aber vor dem Aufbruch fest, wer sich um den Hund und wer sich um die Kinder kümmert.
Wer hält die Leine?
Die zweite Leine wird am Geschirr oder Halsband befestigt: Sie dient zum Mitmachen, nicht zur Kontrolle des Hundes. Die Hauptleine hält immer der Erwachsene. Eine zweite Leine kommt nur infrage, wenn alle Bedingungen in der ersten Spalte erfüllt sind.
| Das Kind kann die zweite Leine halten, wenn | Besser nicht, wenn |
|---|---|
| Der Hund läuft, ohne zu ziehen | Der Hund zieht oder ruckt an der Leine |
| Der Hund bei anderen Hunden, Fahrrädern und Katzen gelassen bleibt | Der Hund bellt oder nach vorne springt |
| Das Kind stehen bleibt, wenn du es dazu aufforderst | Das Kind müde oder sehr aufgeregt ist |
| Der Weg bekannt und wenig belebt ist | Es stark befahrene Straßen oder überfüllte Parks gibt |
Die Bedingungen müssen während des Ausflugs immer wieder überprüft werden: Wenn das Kind müde wird oder der Weg voller wird, verzichtet auf die zweite Leine.
Binde die Leine niemals am Handgelenk oder an der Taille des Kindes oder am Kinderwagen fest. Gib dem Kind keine Rollleine. Wenn der Hund zieht oder auf Begegnungen reagiert, hältst nur du die Leine und arbeitest mit einer Hundetrainerin oder einem Hundetrainer am sicheren Führen.
Mit Kinderwagen und Hund unterwegs
Am besten gehen zwei Erwachsene mit: Eine Person schiebt den Kinderwagen, die andere führt den Hund.
Wenn du allein bist, übe die Kombination vorher: Geh zunächst kurze Strecken und lass den Hund neben dem leeren Kinderwagen laufen, wobei du ihn belohnst. Denk auch an Pausen: Du musst den Kinderwagen anhalten und dich um den Hund kümmern können, ohne dem Kind die Leine zu geben, damit du eine Hand frei hast.
Halte die Leine während des Ausflugs sicher fest, ohne sie am Schiebegriff zu befestigen. Wenn du anhältst, zum Beispiel um den Kot aufzusammeln, betätige die Bremse des Kinderwagens, ohne die Leine loszulassen.
Wenn der Hund noch nicht so weit ist, unternehmt getrennte Ausflüge: einen mit ihm und einem Erwachsenen und einen kurzen Ausflug mit allen zusammen, wenn ein zweiter Erwachsener helfen kann.
Räder, Rennen und Begegnungen
Roller und Fahrräder
Räder und Rennen in der Nähe des Hundes können ihn aufregen oder zum Jagen animieren; außerdem kann sich die Leine verheddern. Legt klare Abstände und Rollen fest: Die Kinder fahren mit einem anderen Erwachsenen voraus und halten Abstand zum Hund. Alternativ nutzen sie Fahrräder und Roller an einem geeigneten Ort, an dem keine Hunde vorbeigehen.
Wenn du der einzige Erwachsene bist und dich nicht auch um die Kinder auf Rädern kümmern kannst, geht diesmal alle zu Fuß. Keine Rennspiele mit dem Hund an der Leine. Haltet euch an die örtlichen Regeln zur Leinenpflicht und zu Bereichen, in denen Hunde ohne Leine laufen dürfen.
Unbekannte Hunde und freilaufende Hunde
Kinder nähern sich keinen Hunden, die sie nicht kennen. Sie fragen zuerst den Erwachsenen, der den Besitzer um Erlaubnis bittet und auch ein Nein akzeptiert. Der Erwachsene entscheidet, ob eine kurze Begrüßung möglich ist oder ihr den Weg wechselt: Eine Erlaubnis verpflichtet euch nicht, stehen zu bleiben.
Kommt ein freilaufender Hund näher, stellt sich das Kind hinter den Erwachsenen, bleibt mit den Armen nah am Körper stehen und rennt nicht weg, während der Erwachsene die Situation regelt.
Wenn Familienausflüge dem Hund nicht ausreichen
Spaziergänge im Tempo der Kinder können kurz und langsam sein und viele Pausen enthalten: Gemeinsam draußen zu sein bedeutet nicht immer, dass die Bedürfnisse des Hundes erfüllt werden. Viele Hunde brauchen zusätzlich einen Spaziergang mit einem Erwachsenen, bei dem sie mehr Zeit zum Erkunden haben oder eine längere Strecke zurücklegen können. Passe das an Alter und Gesundheit des Hundes an. Wenn du unsicher bist, frag deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
Plane diese Möglichkeit in den Tagesablauf ein, statt zu erwarten, dass sich der Hund immer nach dem Programm der Kinder richtet.
Um Dauer und Entfernung festzuhalten, öffne in der PawsPet-App auf deinem Smartphone den Reiter «Aktivitäten» und tippe auf die rote Schaltfläche «Aufzeichnung starten»: Wähle mindestens ein bereits registriertes Tier und die Art «Spaziergang» aus. Starte anschließend die GPS-Aufzeichnung und erteile bei Aufforderung die Standortberechtigung. Unter ☰ » «Statistiken» siehst du die «Aktivitätsminuten» im Vergleich zum Tagesziel, das automatisch anhand der Tierdaten berechnet wird: Das ist eine Organisationshilfe und ersetzt nicht den Rat der Tierärztin oder des Tierarztes.
Vor dem Aufbruch
Packt alles Nötige ein und verteilt die Aufgaben, bevor ihr auf dem Gehweg seid:
- Zweite Leine, nur wenn die Bedingungen es erlauben.
- Kotbeutel und eine zuständige Person: Ein Erwachsener sammelt den Kot auf oder ein älteres Kind mit Beutel unter Aufsicht.
- Feuchttücher oder Handgel.
- Wasser und ein Napf für den Hund, getrennt von den Trinkflaschen der Kinder.
- Leckerlis für den Hund.
- Ein aufgeladenes Smartphone.
Wählt für den nächsten Ausflug einen kurzen, vertrauten Weg und legt vor dem Aufbruch die Rollen fest: Wer hält die Leine, wer kümmert sich um die Kinder und wer schiebt den Kinderwagen?



