Wenn die Tage länger werden, geht man gern nach draußen. Doch nach Regen können nasses Gras und Laub oder ein plötzlich losstürmender Hund schon ausreichen, um das Gleichgewicht zu verlieren. Typische Risiken entstehen durch Rucke an der Leine, eine sich verwickelnde Leine, rutschigen Untergrund und Müdigkeit. Sie lassen sich verringern, indem du Ausrüstung, Griff, Weg und Uhrzeit sorgfältig auswählst und für schwierige Tage rechtzeitig eine Vertretung organisierst.
Woher die unerwarteten Situationen kommen
Wenn du deine kritischen Momente erkennst, kannst du dich darauf vorbereiten, statt dich zu beunruhigen. Typische Situationen sind:
- eine Katze oder ein anderer Hund, der deinen Hund zum Losstürmen bringt;
- Fahrräder und E-Scooter, die dicht vorbeifahren;
- der Hund, der plötzlich direkt vor deinen Füßen stehen bleibt;
- die Leine, die zwischen deine Beine gerät;
- Stufen und nasse Oberflächen;
- der Rückweg nach Hause, wenn sich die Müdigkeit bemerkbar macht.
Überlege, welche Situationen dich wirklich betreffen: Dort solltest du anfangen.
Stabilere Ausrüstung und ein sicherer Griff
- Leine: Ein Modell mit fester Länge, das nicht zu lang ist, macht die Bewegungen des Hundes besser vorhersehbar. Bei einer ausziehbaren Leine musst du auch die Feststelltaste und das Aufwickeln handhaben. Wenn du eine verwendest, besprich das mit einer Hundetrainerin oder einem Hundetrainer.
- Verschlüsse: Karabiner, die sich auch mit weniger beweglichen Händen leicht öffnen und schließen lassen.
- Halsband oder Geschirr: Wähle gemeinsam mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt beziehungsweise einer Hundetrainerin oder einem Hundetrainer, was dein Hund gut akzeptiert. Ein Modell, das für alle am besten ist, gibt es nicht.
- Griff: Wickle die Leine nicht um Finger oder Handgelenk. So bleibt deine Hand frei, falls der Hund plötzlich losstürmt. Wähle einen bequemen Griff.
- Freie Hände: Beutel und Schlüssel in einer Umhängetasche, das Telefon in der Tasche statt während des Gehens in der Hand.
- Schuhe: geschlossen und mit rutschfester Sohle.
Wenn du einen Stock oder Rollator verwendest, frage eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten, wie du Hilfsmittel und Leine kombinieren kannst. Befestige die Leine niemals am Hilfsmittel.
Wege und Zeiten mit weniger Überraschungen
Wähle eine kurze, vertraute und ebene Runde mit einer Bank, auf der du dich ausruhen kannst. Meide stark befahrene Kreuzungen, Bereiche mit vielen Hunden und Radwege. Gehe lieber bei Tageslicht und zu ruhigeren Zeiten. Nach Regen solltest du Gras, Laub und Rampen meiden.
Wenn dein Hund mehr Bewegung braucht, sprich mit der Tierärztin oder dem Tierarzt darüber, wie du sie verteilen kannst, ohne einen einzelnen Spaziergang zu lang werden zu lassen.
Wenn der Hund zieht oder reagiert
Wenn der Hund plötzlich zieht oder unruhig wird, geht es darum, das Gleichgewicht zu halten, nicht darum, ihn zu korrigieren:
- Bleib stehen und stelle beide Füße sicher auf den Boden.
- Lauf dem Hund nicht hinterher.
- Warte, bis er sich beruhigt hat, bevor du weitergehst.
- Entferne dich ruhig von dem, was ihn aufwühlt.
Eine nachhaltige Lösung beginnt im Voraus: Eine Hundetrainerin oder ein Hundetrainer kann mit euch das Gehen an der Leine und die Reaktionen des Hundes üben. Vermeide in der Zwischenzeit die Situationen, die ihn zum Losstürmen bringen.
Ein Plan für Tage, an denen du besser nicht rausgehst
Starker Regen oder Glatteis, Müdigkeit, Schmerzen oder Schwindel sind gute Gründe, dich vertreten zu lassen. Dir helfen zu lassen bedeutet nicht, auf den Hund zu verzichten. Es ist einfacher, vorher in Ruhe zu entscheiden, als an einem Morgen, an dem du dich unsicher fühlst. Auch ein Familienmitglied kann dir helfen. Bereite diese drei Dinge vor:
- Wen du anrufen kannst: ein Familienmitglied, eine Nachbarin oder ein Nachbar oder ein Hundesitter, also eine Fachkraft, die Hunde ausführt;
- die Zeiten und Schlüssel, die im Voraus abgesprochen werden sollten;
- für diese Tage ein paar ruhige Beschäftigungen zu Hause, etwa Schnüffelspiele, ohne sie als Ersatz für den Spaziergang zu betrachten.
Wenn du schon einmal das Gleichgewicht verloren hast oder gestürzt bist, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und überlass die anspruchsvolleren Spaziergänge anderen.
Um eine Fachkraft zu finden, die dich vertritt, wählst du in der Registerkarte „Dienste“ der PawsPet-App den Typ „Spaziergang“ und legst in den Filtern die „Suchregion“ und die „Entfernung“ fest. Tippe vor der Buchung auf den Namen der Fachkraft in der Servicekarte: Auf ihrem Profil siehst du Arbeitszeiten und Bewertungen. Die Suche garantiert nicht, dass in deiner Nähe jemand verfügbar ist. Der Chat mit der Fachkraft wird erst nach einer Bestellung geöffnet.
Ein Test für diese Woche
Du musst nicht sofort alles ändern. Für diese Woche reicht es, vier Dinge zu regeln:
- Leine und Griff: feste Länge, leicht zu öffnender Verschluss, niemals um Finger oder Handgelenk gewickelt.
- Eine kurze Runde auswählen: vertraut, eben und weit weg von Kreuzungen und Radwegen.
- Schuhe: geschlossen und mit rutschfester Sohle.
- Vertretung: Name und Telefonnummer der Person, die an deiner Stelle mit dem Hund rausgehen kann, griffbereit haben.
Wenn dich etwas nicht überzeugt, ändere eine Sache nach der anderen und frage eine Hundetrainerin oder einen Hundetrainer beziehungsweise die Tierärztin oder den Tierarzt um Rat.
Eine häufige Frage
Mein Hund ist groß und kräftig: Muss ich aufhören, mit ihm rauszugehen?
Das hängt von dir und deinem Hund ab; eine Antwort, die für alle passt, gibt es nicht. Lass dich von einer Hundetrainerin oder einem Hundetrainer beraten, die oder der die konkrete Situation gemeinsam mit dir einschätzen kann. Teile die Spaziergänge außerdem mit einer Hilfsperson, damit du die anspruchsvollsten Situationen nicht allein bewältigen musst.



