Entlaufen während eines Besuchs lässt sich vor allem durch gute Organisation verhindern: Wenn die Tür immer wieder geöffnet wird, sollten Hund und Katze nicht frei im Eingangsbereich sein. Es braucht eine Person, die für die Tür zuständig ist, und eine zweite Barriere zwischen Eingang und restlichem Zuhause. Die Kennzeichnung bereitest du für alle Fälle am besten vorher vor.
Warum Türen bei Besuchen zum Risiko werden
Abendessen, Geburtstag oder einfach ein Besuch: Die Tür wird in kurzer Zeit oft geöffnet, während man häufig Taschen und Jacken in den Händen hält. Gäste kennen die Gewohnheiten deines Tieres nicht und wissen nicht, ob der Hund gern nach draußen stürmt oder die Katze genau auf diesen Moment wartet. Lärm, Stimmen und fremde Menschen können das Tier aufregen oder erschrecken, und ein unruhiges Tier kann unbemerkt durch eine Öffnung schlüpfen. Im Sommer kommen angelehnte Gartentore und wegen der Hitze weit geöffnete Terrassentüren hinzu.
Das Tür-Protokoll in vier Schritten
- Das Tier ist zu Stoßzeiten bei Ankunft und Abreise sicher untergebracht. Es bleibt in seinem Rückzugsort, einem ruhigen Zimmer mit geschlossener Tür; der Hund kann auch angeleint bei einer Person bleiben. Für die Katze gehören Katzenklo, Wasser und ein Versteck in den Rückzugsort.
- Eine zweite Barriere. Ein Schutzgitter oder eine geschlossene Innentür zwischen Eingang und restlichem Zuhause: Falls etwas schiefgeht, trifft das Tier auf ein Hindernis, bevor es nach draußen gelangt.
- Eine Person ist für die Tür zuständig. Eine Person öffnet und begrüßt die Gäste, eine andere kümmert sich um das Tier.
- Vor dem Öffnen nachsehen. Die für die Tür zuständige Person prüft bei jedem Öffnen, wo das Tier ist: im Rückzugsort oder bei der Person, die auf es aufpasst.
Beispiel: ein Abendessen mit acht Gästen
- Ankunft: Bitte die Gäste, wenn möglich, mit einigen Minuten Abstand anzukommen. Das Tier ist bereits in seinem Rückzugsort; die für die Tür zuständige Person begrüßt jeweils ein oder zwei Gäste und schließt die Tür immer wieder, bevor die nächsten hereinkommen.
- Alle sind da: Sobald alle angekommen und die Eingangstür geschlossen ist, kann das Tier den Rückzugsort verlassen und die Gäste begrüßen. Die zweite Barriere zwischen Eingang und Essbereich bleibt geschlossen.
- Abreise: Sobald die Verabschiedungen beginnen, kommt das Tier zurück in den Rückzugsort und bleibt dort, bis die Tür hinter dem letzten Gast geschlossen ist.
Gäste, Garten und Fenster: Was du sagen und kontrollieren solltest
Informiere die Gäste vor der Feier oder gleich bei ihrer Ankunft mit ein paar einfachen Regeln:
- Türen oder Fenster nicht öffnen, ohne Bescheid zu sagen;
- das Tier nicht nach draußen lassen und der Betreuungsperson Bescheid geben, wenn es sich der Tür nähert;
- Gartentor und Haustor hinter sich schließen;
- die Tür nicht angelehnt lassen, während Taschen ausgeladen werden oder jemand zum Rauchen hinausgeht.
Ein Schild an der Tür, zum Beispiel „Hier lebt ein Tier: Bitte immer die Tür schließen“, erinnert auch die Vergesslichsten daran. Kontrolliere vor der Feier Zäune, Tore und Gartentüren: Die Verschlüsse müssen funktionieren und der Zaun darf keine Lücken haben. Bei Hitze gelten dieselben Regeln für Terrassentüren und geöffnete Fenster.
Kennzeichnung: Was du vorher vorbereiten solltest
Falls das Tier trotz allem nach draußen gelangt, musst du es sofort identifizieren und beschreiben können. Bereite Folgendes vor:
- eine Marke mit einer Telefonnummer, unter der du wirklich erreichbar bist – auch während der Feier;
- ein gut sitzendes Halsband oder Geschirr;
- den Mikrochip, falls vorhanden, mit aktuellen Kontaktdaten: Bitte deine Tierärztin oder deinen Tierarzt oder die zuständige Meldestelle um eine Bestätigung;
- zwei oder drei aktuelle Fotos, auf denen das Tier ganz und von vorn zu sehen ist;
- notierte besondere Merkmale, etwa Flecken oder Narben.
Damit du Fotos und Mikrochipnummer griffbereit hast, falls dein Tier wegläuft, kannst du sie in der PawsPet-App im Tierprofil speichern: Fotos (bis zu 6) lassen sich unter «Modifica immagini» verwalten, die Mikrochipnummer befindet sich im Abschnitt «Anagrafica» und kann mit einer Berührung kopiert werden. Der Bereich «Consigliati» zeigt an, wenn Fotos oder ein Mikrochip fehlen. PawsPet ortet das Tier nicht und benachrichtigt auch keine anderen Nutzer: Die App hilft dabei, die Daten bereitzuhalten, aber nicht bei der Suche.
Wenn das Tier entlaufen ist: Die ersten Minuten
- Wer gesehen hat, wie das Tier entlaufen ist, teilt den anderen mit, in welche Richtung es gelaufen ist.
- Lauf ihm nicht hinterher: Das kann es erschrecken und noch weiter wegtreiben.
- Ruf es mit ruhiger Stimme und verwende ein Spielzeug oder ein Leckerli, das es kennt.
- Eine Person bleibt zu Hause, falls es von allein zurückkommt.
- Wenn es eine Katze ist, suche zuerst in nahe gelegenen Verstecken (unter Autos, in Büschen, im Treppenhaus) – auch mit einer Taschenlampe.
- Teile die Gäste in kleine Gruppen auf und gib jeder Gruppe ein Gebiet zum Absuchen.
- Informiere Nachbarn, Hausmeister, Tierarztpraxen in der Umgebung und die von deiner Gemeinde angegebenen örtlichen Stellen.
- Bereite eine Nachricht mit Foto und Kontaktdaten vor, die weiterverbreitet werden kann.
Besser ist es, gar nicht erst in diese Lage zu kommen: Bereite eine Stunde vor Ankunft der Gäste den Rückzugsort vor, schließe die zweite Barriere und bestimme, wer für die Tür zuständig ist.
Häufig gestellte Fragen
Reicht ein GPS-Tracker aus?
Nein. Er kann bei der Suche helfen, wenn das Tier entläuft, ersetzt aber weder geschlossene Türen noch eine zweite Barriere und eine Kennzeichnung: Zuerst verhinderst du, dass es nach draußen gelangt, und dann bereitest du dich darauf vor, es wiederzufinden.
Kann eine Katze entlaufen, die nie nach draußen geht?
Ja. Eine Wohnungskatze kann sich durch Lärm und fremde Menschen erschrecken lassen, eine offene Tür nutzen und sich in der Nähe verstecken. Deshalb gilt dasselbe Protokoll, und wenn sie entläuft, solltest du zuerst die Umgebung absuchen.



