Für eine entspannte Begegnung braucht es drei Bedingungen: eine erwachsene Person, die aktiv aufpasst, einen Rückzugsort, an dem niemand das Tier stört, und wenige Regeln, die den Kindern bei der Ankunft erklärt werden. Wenn keine erwachsene Person beaufsichtigen kann, bleiben Kinder und Tier in getrennten Bereichen.
Die Aufgabe der Erwachsenen vor und während des Besuchs
Richte ein Zimmer oder beim Hund einen durch ein Kindergitter abgetrennten Bereich mit Körbchen und Wasser ein. Für die Katze solltest du auch erhöhte Plätze und ein Zimmer vorsehen, in dem das Katzenklo immer erreichbar ist, ohne dass sie durch die Spielsachen der Kinder laufen muss. Der Rückzugsort ist für die kleinen Gäste tabu: Zieht sich das Tier zurück, wird ihm nicht gefolgt.
Geh vor der Ankunft mit dem Hund spazieren oder spiel mit ihm. Räume Spielsachen und Näpfe außer Reichweite der Kinder und lass das Wasser im Rückzugsort stehen; halte auch die Snacks vom Tier fern.
Frag die Eltern, ob das Kind Angst vor Tieren oder Allergien hat. Vereinbart, wer die Aufsicht übernimmt: zum Beispiel zuerst die Großmutter, dann ein Elternteil, und sprecht klar ab, wann der Wechsel stattfindet. Wer beaufsichtigt, schaut nicht aufs Handy und kocht nicht, sondern verfolgt die Interaktion und kann sie unterbrechen. Muss die Person weg, übernimmt ausdrücklich eine andere erwachsene Person; andernfalls werden Kinder und Tier getrennt.
Drei Regeln, die du den Kindern erklären solltest
- „Wir warten, bis das Tier zu uns kommt.“ Der Hund oder die Katze wird nicht verfolgt oder daran gehindert, wegzugehen.
- „Wenn das Tier frisst, schläft oder an seinem Platz ist, lassen wir es in Ruhe.“
- „Ein paar Mal streicheln, dann hören wir auf.“ Nur kurz an den Flanken und an der Brust streicheln, wenn das Tier den Kontakt zulässt. Keine Umarmungen, kein Hochheben und das Gesicht nicht nahe an die Schnauze bringen. Nach ein paar Streicheleinheiten die Hände zurücknehmen und das Tier entscheiden lassen, ob es bleiben möchte.
Zeig diese Regeln mit einem Kuscheltier oder mach es den Kindern vor. Auch das Kind kann entscheiden, das Tier nicht zu streicheln: Aus der Entfernung zuzuschauen ist eine Möglichkeit, dabei zu sein, ohne sich zu einem Kontakt zwingen zu müssen, wenn es Angst hat. Bei sehr kleinen Kindern wird jede Interaktion von einer erwachsenen Person begleitet; das Kind sitzt dabei oder wird auf dem Arm gehalten.
Besonders heikle Situationen
Das Tier muss nicht während des ganzen Besuchs dabei sein: Trenne es in trubeligen Momenten vorsorglich ab.
| Situation | Was zu tun ist |
|---|---|
| Ankunft und Begrüßung | Das Tier wartet im Rückzugsort; beim Hund ist eine Alternative die Leine, die von einer erwachsenen Person gehalten wird. Kennenlernen, wenn alle sitzen, ohne die Annäherung zu erzwingen. |
| Snacks und Mahlzeiten | Damit das Tier nicht an heruntergefallenes Essen oder fettige Hände gerät, halte es aus dem Esszimmer fern. |
| Rennen und laute Spiele | Das Tier macht im Rückzugsort Pause; die Kinder folgen ihm nicht. |
| Mittagsschlaf | Kinder und Tier ruhen in getrennten Bereichen. Das Tier wird nicht geweckt, um es zu streicheln. |
| Garten und Tore | Auch draußen muss weiter beaufsichtigt werden. Eine erwachsene Person kümmert sich um Türen und Tore: nicht hinterherlaufen und keine Ausgänge offen lassen. |
Lass den Rückzugsort während des ganzen Besuchs zugänglich: Auch wenn es wieder ruhig ist, kann das Tier dort bleiben wollen.
Anzeichen, die du nicht ignorieren solltest
Dies sind allgemeine Beispiele, die im jeweiligen Kontext zu beobachten sind, keine Diagnosen.
| Hund | Katze |
|---|---|
| Dreht sich weg, leckt sich über die Lippen, gähnt ohne ersichtlichen Anlass, versteift sich oder knurrt. | Legt die Ohren an, schlägt mit dem Schwanz, versteckt sich oder faucht. |
Du musst nicht erst auf Knurren oder Fauchen warten, bevor du eine Pause ermöglichst. Beim ersten Anzeichen bringt die erwachsene Person das Kind ruhig auf Abstand und lässt dem Tier einen Fluchtweg. Schimpfe das Tier nicht für Knurren oder Fauchen: Unterbrich den Kontakt und versuche nicht, es mit weiteren Streicheleinheiten fortzusetzen.
Tritt das Unwohlsein bei jedem Besuch wieder auf, besprich dich mit dem Tierarzt, um mögliche Schmerzen auszuschließen, und mit einer qualifizierten Fachperson für das Verhalten der jeweiligen Tierart.
Um künftige Besuche mit professioneller Unterstützung zu organisieren, kannst du in der Rubrik „Dienstleistungen“ der PawsPet-App nach Hundetrainern und Verhaltensberaterinnen und -beratern suchen und „Verhaltensberatung“ oder „Training“ auswählen.
Bei einem Biss oder Kratzer
Trenne Kind und Tier sofort, ohne das Tier zu bestrafen. Kümmere dich um das Kind: Reinige die Stelle und wende dich an einen Arzt oder Kinderarzt. Informiere die Eltern.
Wenn die Situation unter Kontrolle ist, notiere, was unmittelbar davor geschah: wo sich alle befanden, was sie taten und ob Futter oder Spielzeug im Spiel war. Diese Informationen helfen dabei, dem Tierarzt den Vorfall zu schildern, nicht dabei, einen Schuldigen zu suchen. Bitte den Tierarzt um Rat zum Tier; nach einem Biss solltest du dich auch an eine Fachperson für Verhalten wenden, bevor du neue Begegnungen organisierst.
Entscheide heute, wer die Aufsicht übernimmt und wo der Rückzugsort sein wird.



