Ein erwachsener Hund gewöhnt sich leichter ein, wenn sich die Menschen um ihn herum einheitlich und vorhersehbar verhalten. Deshalb lohnt es sich, vor der Abholung Regeln für zu Hause, gemeinsame Kommandowörter, Zuständigkeiten und einige wenige Regeln für die Kinder festzulegen. Schreiben Sie sie auf ein Blatt – die Familienvereinbarung, die in der Küche aufgehängt wird –, damit sie nicht jeden Tag geändert werden.
Die Regeln für zu Hause gemeinsam festlegen
Es gibt keine einzig richtige Entscheidung: Wichtig ist, sich für eine zu entscheiden und sie von allen einzuhalten, auch von den Erwachsenen. Es könnte zum Beispiel so laufen: Ein Erwachsener lässt den Hund aufs Sofa, ein anderer schickt ihn herunter. Der Hund lernt dabei keine Regel, sondern dass es davon abhängt, wer gerade da ist. Entscheiden Sie gemeinsam:
- Sofa und Bett: ja, nein oder nur auf Einladung.
- Räume: Welche sind zugänglich und welche bleiben geschlossen?
- Schlafplatz: im Schlafzimmer, im Flur oder an einem eigenen Platz.
- Besuch: Wer öffnet die Tür und wo wartet der Hund?
Füttern vom Tisch sollten dagegen alle vermeiden: Wenn eine Person nachgibt, versucht der Hund es bei allen anderen wieder.
Gleiche Wörter, gleiche Gesten
Wählen Sie gemeinsam fünf oder sechs Wörter für alltägliche Aufforderungen aus, zum Beispiel „Sitz“, „Komm“, „Warte“, „Schluss“, „Wir gehen raus“. Wenn alle dieselben Kommandos verwenden, versteht der Hund schneller, was gemeint ist. Benutzt jeder andere Wörter oder Gesten, muss er raten.
Verbinden Sie den Namen des Hundes mit angenehmen Dingen wie Futter, Spielen oder Streicheln und nicht mit Schimpfen: Kündigt sein Name eine Standpauke an, hat der Hund womöglich weniger Lust zu reagieren.
Fragen Sie im Tierheim, ob der Hund bereits bestimmte Wörter oder Gesten kennt. Wenn ja, verwenden Sie dieselben: Ein Wechsel würde ihn in seinem neuen Zuhause wieder von vorn anfangen lassen.
Realistische Zuständigkeiten: Spaziergänge, Mahlzeiten und Saubermachen
Legen Sie machbare Zuständigkeiten fest, keine idealen: Eine Aufgabe, an die sich niemand hält, ist schlechter als gar keine Aufgabenverteilung. Jede Aufgabe hat eine zuständige Person und eine Vertretung; die letztliche Verantwortung liegt bei einem Erwachsenen, auch wenn die Kinder mithelfen. Hier ein Beispiel mit frei erfundenen Namen:
| Aufgabe | Zuständig | Vertretung |
|---|---|---|
| Morgenspaziergang | Marco | Elena |
| Fütterung | Elena | Marco |
| Abendspaziergang | Sara | Marco |
| Schlafplatz und Näpfe reinigen | Sara | Elena |
| Kontakt mit Tierarzt und Tierheim | Elena | Marco |
In PawsPet kannst du Spaziergänge als wiederkehrende Aktivitäten mit Erinnerungen in deinem Konto anlegen und Familienmitglieder, die bereits ein PawsPet-Konto haben, als Mitarbeitende zum Hundeprofil hinzufügen. Für jede Person kannst du auswählen, ob sie die Stammdaten, Gesundheit und Aktivitäten nur ansehen oder auch bearbeiten darf.
Kinder: wenige klare Regeln und ein Erwachsener ist dabei
Kinder halten sich eher an wenige Regeln, die mit einfachen Worten erklärt werden. Erklären Sie ihnen, dass der Hund neu ist und Zeit braucht. Schreiben Sie dann gemeinsam Regeln wie diese auf:
- Wir stören den Hund nicht, wenn er frisst, schläft oder sich an seinen Platz zurückzieht.
- Keine Umarmungen, Küsse auf die Schnauze oder Verfolgungsjagden.
- Wir rufen den Hund und warten, bis er von sich aus zu uns kommt.
- Die Leine eines Hundes, den wir noch nicht kennen, hält ein Erwachsener.
- Wir helfen bei altersgerechten Aufgaben, zum Beispiel beim Wasserwechsel, immer zusammen mit einem Erwachsenen.
Wenn Kinder und Hund zusammen sind, ist immer ein Erwachsener dabei.
Signale, mit denen der Hund um Abstand bittet
Bevor ein Hund knurrt, bittet er meist auf andere Weise um Abstand. Lernen Sie die häufigsten Signale zu erkennen und bringen Sie sie auch den Kindern bei:
- den Kopf oder Blick abwenden;
- sich über die Nase oder Lippen lecken, ohne gerade gefressen zu haben;
- in einer unpassenden Situation gähnen, obwohl er nicht müde ist;
- sich versteifen und regungslos bleiben;
- sich entfernen oder an seinen Platz gehen;
- knurren.
Ein einzelnes Signal sagt nicht alles aus: Entscheidend sind das Gesamtbild und der Moment. Knurren ist eine Warnung und darf nicht bestraft werden: Ein bestrafter Hund könnte aufhören, vorher zu warnen. Bringen Sie das Kind ruhig auf Abstand, ohne zu schreien, und lassen Sie dem Hund Platz.
Besuch und Freunde der Kinder
Verschieben Sie in der ersten Zeit Feiern und Besuche mit vielen Gästen: Viele neue Menschen und viel Lärm sind anstrengend für einen Hund, der sich noch an sein Zuhause gewöhnt. Bitten Sie die Freunde Ihrer Kinder, dieselben Regeln zu befolgen, und lassen Sie den Hund während des Besuchs an seinem Platz bleiben, ohne ihn zum Begrüßen zu zwingen.
Wann Sie eine Fachperson hinzuziehen sollten
Fragen Sie vor der Ankunft im Tierheim, ob der Hund bereits mit Kindern gelebt hat und wie er auf sie reagiert hat. Kann das Tierheim die Frage nicht beantworten oder bemerken Sie nach der Ankunft wiederholtes Knurren, Erstarren oder Angst gegenüber Kindern, wenden Sie sich an eine Hundetrainerin oder einen Hundetrainer beziehungsweise an eine verhaltensberatende Fachperson, bevor sich das Problem verfestigt. Wenn Sie vermuten, dass der Hund Schmerzen hat, sprechen Sie mit dem Tierarzt. Frühzeitig um Hilfe zu bitten, ist kein Scheitern.
Die Familienvereinbarung, die Sie heute Abend ausfüllen
Nehmen Sie ein Blatt Papier und halten Sie diese sieben Punkte in wenigen Zeilen fest:
- Regeln für zu Hause: Sofa, Räume, Besuch, Futter vom Tisch.
- Gemeinsame Kommandos: die fünf oder sechs ausgewählten Wörter, für alle gleich.
- Zuständigkeiten und Vertretungen: Wer macht was und wer springt ein?
- Regeln für die Kinder: wenige, in einfachen Worten.
- Schlafplatz: Wo schläft der Hund und wohin kann er sich zurückziehen?
- Kontaktperson für Tierarzt und Tierheim: ein einziger Name.
- Überprüfungstermin: der Tag, an dem Sie alles gemeinsam noch einmal durchlesen.
Hängen Sie das Blatt in der Küche auf und legen Sie einen Termin fest, an dem Sie es nach den ersten Wochen gemeinsam durchsehen: Behalten Sie bei, was funktioniert, und ändern Sie, was sich nicht bewährt, indem Sie die Seite neu schreiben.



