Spielbeißen ist in den ersten Monaten normales Verhalten. Wenn zu Hause jeder anders reagiert, ist niemand daran schuld. Das Beißen des Welpen geht vor allem dann zurück, wenn alle Erwachsenen gleich reagieren. Eine gemeinsame Reaktion besteht aus einem einfachen, straflosen Ablauf mit wenigen Schritten: vorbeugen, gegen ein Spielzeug tauschen, ruhig unterbrechen, Ruhe belohnen und einen müden Welpen schlafen lassen.
Warum Welpen beißen und wann es nicht nur Spiel ist
In den ersten Monaten erkundet der Welpe beim Beißen in Hände und Kleidung meist seine Umgebung, spielt oder lässt mit dem Maul seiner Aufregung freien Lauf. Knöchel, Schnürsenkel und Ärmel bewegen sich und sind immer in Reichweite: leichte Ziele.
Es ist nicht nur Spiel, wenn Folgendes auftritt:
- Bisse, die die Haut verletzen;
- ein steifer Körper beim Beißen;
- Knurren, wenn der Welpe Futter oder Gegenstände verteidigt;
- Angst oder heftige Reaktionen, wenn man ihn an bestimmten Stellen berührt.
Bei diesen Anzeichen lies den Abschnitt über professionelle Hilfe: Das gemeinsame Vorgehen bezieht sich auf normales Spielbeißen.
Das gemeinsame Vorgehen in vier Schritten
Vorbeugen
Nicht mit den Händen raufen: Für den Welpen werden sie dadurch zu Beißspielzeug. Lege geeignete Kauartikel und Spielzeuge in jeden Raum, in dem sich der Welpe aufhält, und halte sie griffbereit. Zerrspiele sind nur mit einem langen Spielzeug und gemeinsam vereinbarten Regeln geeignet: Wer spielt sie mit ihm und wie werden sie beendet?
Sofort tauschen
Sobald die Zähne Haut oder Kleidung berühren, biete ein Spielzeug an und lobe den Welpen, wenn er es nimmt. Beispiel: Wenn er im Flur in deine Knöchel beißt, bleib stehen und halte ihm ein Spielzeug am Boden hin.
Ruhig unterbrechen
Wenn er weiterbeißt, ist das Spiel vorbei: Steh auf und geh weg oder bring ihn kurz hinter ein Absperrgitter, ohne ihn zu schimpfen; danach kannst du ruhig weitermachen. Nicht laut werden und nicht hinter ihm herlaufen.
Ruhe belohnen
Achte auch auf ruhige Momente: Wenn der Welpe leckt, die Hand in Ruhe lässt oder sich hinlegt, lobe ihn mit leiser Stimme oder gib ihm ein kleines Leckerli.
Das solltest du vermeiden
- Schreien: Eine laute Stimme regt den Welpen auf oder macht ihm Angst.
- Schlagen: Das macht ihm Angst und zeigt ihm nicht, was er statt Beißen tun soll.
- Die Schnauze festhalten oder schließen: Das macht ihm Angst und lässt ihn Hände fürchten.
- Ihn auf den Rücken drehen: Das ist ein Kampf, der ihn aufregt oder verängstigt.
- Die Hand ruckartig wegziehen: Die plötzliche Bewegung wirkt wie eine Aufforderung, ihr nachzujagen.
- Nur manchen Familienmitgliedern Handspiele erlauben: Das verwirrt den Welpen, weil sich die Regel ändert.
In welchen Momenten der Welpe besonders oft beißt
Häufig nimmt das Beißen am späten Nachmittag und am Abend zu, nach einem intensiven Spiel, beim Kuscheln auf dem Sofa, bei Begrüßungen und wenn Gäste kommen. Ein müder oder überreizter Welpe beißt eher mehr: In solchen Momenten kann eine geschützte Ruhepause an einem ruhigen Ort, etwa in einem Welpenauslauf oder auf seinem Schlafplatz, sinnvoller sein als weiteres Spielen. Bring ihn ohne Schimpfen dorthin: Es ist eine Ruhepause, keine Strafe. Legt auch fest, wer ihn abends zum Ausruhen bringt.
Ein gemeinsamer Spickzettel für Erwachsene, Kinder und Gäste
Schreibt ein paar Regeln auf und hängt sie gut sichtbar auf, zum Beispiel an den Kühlschrank oder in den Familienchat: das gemeinsame Wort, mit dem das Spiel ruhig beendet wird, die Spielzeuge, die verwendet werden, wer Zerrspiele mit dem Welpen macht und wo er sich ausruht.
| Situation | Was der Erwachsene tut | Vermeiden |
|---|---|---|
| Der Welpe beißt beim Gehen in die Knöchel | Bleibt stehen und hält ihm ein Spielzeug am Boden hin | Schneller gehen oder mit den Füßen wedeln |
| Der Welpe beißt beim Kuscheln in die Ärmel | Beendet das Kuscheln, bietet einen Kauartikel an und macht weiter, wenn der Welpe ruhig ist | Den Ärmel ruckartig wegziehen |
| Der Welpe beißt beim Abtrocknen oder Bürsten | Macht eine Pause, bietet einen Kauartikel an und macht weiter, sobald der Welpe ruhig ist | Darauf bestehen oder ihn festhalten, um schneller fertig zu werden |
| Der Welpe beißt ein Kind, das auf dem Teppich spielt | Ein Erwachsener greift ein: Das Kind hält inne und der Welpe bekommt ein Spielzeug | Die beiden ohne einen Erwachsenen in der Nähe zusammenlassen |
| Der Welpe beißt, während ein Gast ihn begrüßt | Bietet ein Spielzeug an oder bringt ihn an seinen Platz; der Gast begrüßt ihn, wenn er ruhig ist | Ihn mit hoher Stimme und wedelnden Händen begrüßen |
Kinder. Es ist nicht ihre Aufgabe, mit dem Beißen umzugehen: Sie halten inne, nehmen die Hände nah an den Körper und rufen einen Erwachsenen. Mit dem Welpen wird nur gespielt, wenn ein Erwachsener dabei ist.
Großeltern und Gäste. Bei der Ankunft genügen zwei Sätze: „Begrüßen Sie ihn ruhig und spielen Sie nicht mit den Händen“ und „Wenn er Sie beißt, bleiben Sie stehen und rufen Sie uns.“
Wann du eine Hundetrainerin, einen Hundetrainer oder den Tierarzt hinzuziehen solltest
Wende dich an den Tierarzt, wenn der Welpe beim Berühren Schmerzen zu haben scheint oder sich sein Appetit oder seine Energie verändern.
Bitte eine Hundetrainerin, einen Hundetrainer oder eine Fachkraft für Verhaltensberatung um Hilfe, wenn das Beißen nach einigen Wochen konsequenten Vorgehens nicht abnimmt, Verletzungen verursacht, mit Angst oder Knurren einhergeht oder häufig Kinder betrifft. Wenn ihr euch Unterstützung holen möchtet, könnt ihr im Bereich „Dienste“ von PawsPet nach Hundetrainerinnen, Hundetrainern und Verhaltensberaterinnen oder Verhaltensberatern in eurer Nähe suchen, Profile und Bewertungen lesen und die Verfügbarkeit prüfen, bevor ihr einen Termin bucht.
So kannst du heute anfangen
- Setzt euch fünf Minuten mit den Erwachsenen zusammen und wählt das gemeinsame Wort, mit dem das Spiel beendet wird.
- Verteilt Kauartikel und geeignete Spielzeuge in den Räumen, in denen sich der Welpe aufhält.
- Schreibt den Spickzettel und hängt ihn gut sichtbar auf.
- Beobachtet und notiert eine Woche lang, in welchen Momenten das Beißen zunimmt.
FAQ
Soll ich „Aua“ sagen oder fiepen wie ein anderer Welpe?
Das ist kein notwendiger Schritt: Manche Welpen hören auf, andere werden durch hohe Töne noch aufgeregter. Wenn dein Welpe dadurch unruhig wird, bleib bei der ruhigen Pause aus dem gemeinsamen Vorgehen.
Beißt der Welpe mehr, weil er zahnt?
Das kann vorkommen, aber nur der Tierarzt kann das Maul des Welpen untersuchen. Biete Kauartikel an, die zu seiner Größe und seinem Alter passen, frag den Tierarzt, welche geeignet sind, und melde anhaltendes Unbehagen oder Schmerzen.



