Wo du Spuren oder Anzeichen von Wildtieren bemerkst, führe deinen Hund an der Leine oder an einer an deinem Geschirr befestigten Schleppleine und greife bei den ersten Anzeichen ein, bevor er losrennt. Wird in der Gegend gejagt, sorge dafür, dass du und dein Hund gut sichtbar seid. Wenn euch Wildschweine, Rehe oder Hirsche begegnen, vergrößere ruhig den Abstand und lass deinen Hund nicht näher kommen. Das tust du für ihn und für dich, aber auch für die Wildtiere, für die jede Flucht im Winter wertvolle Energie kostet.
Warum eine Verfolgung im Winter schwerer wiegt
In den kalten Monaten finden Wildtiere meist weniger Nahrung und versuchen, Energie zu sparen. Eine Flucht durch den Schnee oder bei Kälte kostet zusätzliche Kraft – gerade dann, wenn ihre Reserven knapp sind.
Was dein Hund beabsichtigt, spielt für die Tiere kaum eine Rolle. Auch wenn er „nur spielen will“: Für ein Reh oder einen Hasen ist ein Hund, der sie verfolgt, trotzdem ein Räuber, und ihre Reaktion ist die Flucht. Jede Verfolgung kostet das Wildtier daher Energie und bringt deinen Hund in Gefahr: Er kann sich zu weit entfernen, in unwegsames Gelände geraten oder einem Tier gegenüberstehen, das sich verteidigt.
Im Wald kann dein Hund zudem im Nu aus deinem Blickfeld verschwinden. Dann weißt du nicht, was er verfolgt oder wohin er läuft. Deshalb ist Vorbeugen besser, als hinterherzulaufen.
Vor dem Aufbruch: Regeln im Gebiet, Jagdzeiten und Sichtbarkeit
Ein paar Minuten reichen, um vier Dinge zu überprüfen.
- Regeln im Gebiet. Lies die Vorschriften des Parks oder des Schutzgebiets zur Mitnahme von Hunden und sieh dir die offiziellen örtlichen Hinweise an – auch am Tag des Ausflugs.
- Jagd. Informiere dich über den Jagdkalender in deinem Bundesland und über mögliche Treibjagden in der Gegend. Wähle an solchen Tagen markierte Wege und die hellen Stunden, wenn man leichter sehen und gesehen werden kann. Wenn du Zweifel hast, nimm eine andere Route.
- Sichtbarkeit. Trage gut sichtbare Farben und vermeide Töne, die mit dem Wald verschmelzen. Zieh deinem Hund eine fluoreszierende Weste an oder befestige ein fluoreszierendes Halstuch an seinem Halsband. Das beseitigt nicht jedes Risiko, macht euch aber leichter erkennbar.
- Glöckchen. Wenn es dir hilft, den Aufenthaltsort deines Hundes zu hören, befestige ein Glöckchen an ihm.
Anzeichen, die dem Losrennen vorausgehen
Bevor viele Hunde losstürmen:
- bleiben sie stehen und fixieren einen Punkt;
- folgen sie mit der Nase einer frischen Spur;
- sind Körper und Ohren angespannt;
- ziehen sie plötzlich an der Leine.
Jeder Hund zeigt eigene Anzeichen. Beobachte deinen Hund bei ruhigen Spaziergängen, dann erkennst du die Vorboten eines Losrennens früher.
Auch die Umgebung gibt Hinweise: Fußspuren im Schnee, Kot oder von Wildschweinen aufgewühlter Boden. Wo du solche Spuren bemerkst, halten sich Wildtiere auf. Behalte deinen Hund an deiner Seite.
Greife bei den ersten Anzeichen ein, nicht erst, wenn dein Hund schon losgerannt ist: Verkürze die Schleppleine, ändere die Richtung, um dich von der Spur zu entfernen, und belohne deinen Hund, wenn er dich anschaut. Die am Geschirr befestigte Schleppleine verwendest du auf offenen Flächen, wo du sie gut handhaben kannst. Wenn andere Menschen kommen, nimm sie kürzer, damit sie den Weg nicht versperrt.
Wenn der Rückruf bei Wildtieren nicht wirklich zuverlässig funktioniert, bleibt dein Hund angeleint. Läuft dein Hund häufig Spuren hinterher, kann dir eine Fachkraft helfen: Im Bereich „Dienste“ der PawsPet-App kannst du nach Fachkräften für „Training“ oder „Verhaltensberatung“ suchen und prüfen, ob es welche in deiner Nähe gibt.
Wenn du Wildschweinen, Rehen oder Hirschen begegnest
Bleib stehen, verhalte dich ruhig und halte deinen Hund in deiner Nähe, ohne ihn die Tiere anbellen zu lassen. Zieht er in ihre Richtung, halte ihn fest, ohne ruckartig an der Leine zu ziehen. Lass den Tieren Platz und entferne dich ruhig auf demselben Weg, auf dem du gekommen bist – ohne zu rennen. Wirf keine Gegenstände und biete kein Futter an. Gib dem Tier Zeit und Raum, um sich zu entfernen.
Eine Gruppe mit Jungtieren kann sich stärker verteidigen. Halte dann noch mehr Abstand und bleib besonders ruhig. Geh nicht näher heran, um besser sehen oder ein Foto machen zu können. Ziel ist, dass die Begegnung endet, ohne dass jemand fliehen oder sich verteidigen muss.
Verletzt sich dein Hund oder kommt es zu einem Zusammenstoß mit einem Tier, bring ihn zum Tierarzt und versuche keine Hausmittel.
Wenn dein Hund schon losgerannt ist
Lauf ihm nicht abseits des Weges hinterher, besonders nicht an steilem oder verschneitem Gelände. Du könntest dich verletzen oder die Orientierung verlieren. Bleib stehen, ruf ihn mit ruhiger Stimme und warte eine Weile an der Stelle, an der ihr euch getrennt habt. Wenn du nicht allein bist, bitte deine Begleitung um Hilfe.
Wenn dein Hund zurückkommt, untersuche ihn sorgfältig. Bemerkst du Verletzungen oder scheint er sich unwohl zu fühlen, wende dich an den Tierarzt. Kommt er nicht zurück, melde ihn als vermisst und folge dabei den Hinweisen deiner Gemeinde oder des Hunderegisters deines Bundeslands.
Halte vor jedem Ausflug aktuelle Fotos deines Hundes und seine Mikrochipnummer bereit, damit du ihn bei Bedarf genau beschreiben kannst. Damit du beides griffbereit hast, kannst du im Tierprofil in PawsPet bis zu 6 Fotos speichern und die Mikrochipnummer notieren, die du anschließend mit einem Tippen kopieren kannst.
Tierkadaver und Köder: Lass deinen Hund sie nicht berühren
Am Weg kann dein Hund Kadaver, Knochen oder andere Überreste finden. Der starke Geruch zieht ihn an, und er könnte versuchen, sie zu fressen oder sich darin zu wälzen. Lass das nicht zu. Halte ihn auch von Futter oder Ködern fern, die auf dem Boden liegen: Du weißt nicht, woher sie stammen oder was sie enthalten.
Bemerkst du etwas Verdächtiges am Weg oder schnüffelt dein Hund beharrlich am Boden, verkürze die Leine oder Schleppleine und geh weiter. Ändere bei Bedarf die Route. Wenn du glaubst, dass dein Hund etwas verschluckt hat, fahr sofort zum Tierarzt und verwende keine Hausmittel.
Für den nächsten Ausflug reichen drei Kontrollen:
- Prüfe die Regeln und den Jagdkalender für das Gebiet.
- Bereite Geschirr, Schleppleine und eine gut sichtbare Weste vor.
- Aktualisiere die Fotos und die Mikrochipnummer in den Unterlagen deines Hundes.
Das dauert nur wenige Minuten und macht den Spaziergang für euch und die Tiere im Wald entspannter.



