Ein Hund, der schlechter sieht oder hört, kann sich in einem Zuhause, das sich nicht verändert, mit fühlbaren Orientierungspunkten und einer Kommunikation aus Gesten, Vibrationen und vorhersehbarem Annähern besser zurechtfinden. Jede plötzliche Veränderung sollte jedoch tierärztlich untersucht werden, statt sie automatisch dem Alter zuzuschreiben.
Zuerst: Was Sie untersuchen lassen sollten
Lassen Sie Ihren Hund zeitnah tierärztlich untersuchen, wenn Sie Folgendes bemerken:
- eine plötzliche Verschlechterung des Seh- oder Hörvermögens oder der Orientierung;
- gerötete Augen, tränende Augen, eine neue Trübung oder wenn der Hund sich die Augen reibt;
- einen schief gehaltenen Kopf oder Gleichgewichtsverlust.
Wenn sich sein Zustand plötzlich verschlechtert oder er das Gleichgewicht verliert, rufen Sie sofort den Tierarzt an, um zu klären, was zu tun ist: Das Zuhause anzupassen ersetzt den Tierarztbesuch nicht.
Bei langsamen Veränderungen ohne diese Anzeichen können Sie die Vorfälle notieren und Ihre Beobachtungen zur nächsten Untersuchung mitbringen. Stößt er nur im Dunkeln an? Reagiert er nicht auf Zuruf, auch wenn Sie in der Nähe sind? Zögert er immer an derselben Türschwelle? Liegt die Untersuchung noch in weiter Ferne oder sind Sie unsicher, fragen Sie den Tierarzt, ob sie vorgezogen werden sollte.
Wenn er schlechter sieht: ein Zuhause, das sich nicht verändert
Gehen Sie auf Kniehöhe des Hundes durch die Wohnung: Achten Sie auf Dinge, die herausragen, im Weg stehen oder einen Durchgang versperren. Beobachten Sie besonders die Wege zwischen Schlafplatz, Wasser und Tür. Nehmen Sie dann Anpassungen vor, ohne die Räume grundlegend umzugestalten.
- Lassen Sie wichtige Dinge am selben Platz: Möbel, Näpfe und Schlafplatz sollten immer am selben Ort stehen.
- Halten Sie Wege frei: Entfernen Sie Schuhe, Taschen und Kinderspielzeug aus Fluren und von Türschwellen; schützen Sie niedrige Kanten.
- Sichern Sie gefährliche Zugänge: Bringen Sie geeignete, sicher befestigte Schutzgitter vor Treppen und Balkonzugängen an.
- Sorgen Sie für Licht auf den Wegen: Ein Nachtlicht kann helfen, wenn der Hund sich in einem dunklen Zuhause bewegt.
- Schaffen Sie Orientierung unter den Pfoten: ein Läufer im Flur oder eine andersartige Matte vor dem Napf oder der Tür.
Läufer und Matten müssen sicher und rutschfest auf dem Boden liegen. Hochstehende Kanten könnten zu neuen Hindernissen werden. In der Nähe des Schlafplatzes können Sie eine Decke mit vertrautem Zuhausegeruch als Orientierungspunkt liegen lassen.
Wenn er schlechter hört: Gesten, Licht und Vibrationen
Legen Sie ein kleines Repertoire aus drei oder vier Gesten fest: zum Beispiel die Hand zu sich heranziehen für „Komm“, die offene Handfläche für „Stopp“, den Daumen nach oben für „Gut gemacht“ und auf die Tür zeigen für „Wir gehen raus“. Diese Signale sind nicht universell: Wählen Sie die für Sie bequemsten, verwenden Sie sie immer gleich und belohnen Sie die gewünschte Reaktion. Bringen Sie ihm die Gesten nacheinander bei.
Um seine Aufmerksamkeit zu wecken, stampfen Sie leicht mit dem Fuß auf den Boden und treten Sie in sein Blickfeld. Abends können Sie ein Licht ein- und ausschalten. Probieren Sie diese Signale ruhig aus und beharren Sie nicht darauf, wenn sie ihn erschrecken.
Gesten sind nützlich, wenn er Sie sehen kann: Wenn auch sein Sehvermögen nachlässt, ist ein vorhersehbares Annähern umso wichtiger.
Draußen sollten Sie ihn in nicht eingezäunten Bereichen an der Leine halten: Möglicherweise hört er weder den Rückruf noch herannahende Fahrzeuge.
Nähern Sie sich, ohne ihn zu erschrecken
Vereinbaren Sie eine feste Abfolge für alle, auch wenn der Hund wach ist:
- Nähern Sie sich von vorne, nicht von hinten.
- Machen Sie Ihre Schritte hörbar oder erzeugen Sie eine leichte Vibration im Boden.
- Halten Sie ihm die Hand in die Nähe der Nase, ohne ihn zu berühren, und warten Sie, bis er daran schnuppert.
- Streicheln Sie ihn erst danach, wenn er den Kontakt zulässt.
Vermeiden Sie es, ihn durch eine plötzliche Berührung zu wecken. Wenn er Sie nicht bemerkt, müssen Sie die Abfolge nicht beschleunigen: Geben Sie ihm Zeit.
Zum Beispiel schläft der Hund im Flur: Ihre Tochter nähert sich und stampft dabei leicht mit den Füßen, bleibt einen Schritt entfernt stehen und wartet, bis er den Kopf hebt. Dann hält sie ihm die Hand hin und wartet, bevor sie ihn streichelt. Bringen Sie Kindern bei, ihn im Schlaf nicht zu überraschen, und begleiten Sie die ersten Versuche.
Informieren Sie alle, wie sie sich ihm nähern sollen
Hinterlassen Sie Familienmitgliedern, Gästen und Tiersittern eine kurze Notiz, auch auf Papier. Passen Sie sie an Ihren Hund an und geben Sie konkrete Hinweise wie diese:
- „Bei wenig Licht sieht er schlechter: Lassen Sie das Flurlicht an.“
- „Um seine Aufmerksamkeit zu wecken, stampfen Sie leicht mit dem Fuß auf den Boden.“
- „Berühren Sie ihn nicht überraschend, während er schläft.“
- „Stellen Sie seinen Napf und die Matten nicht um.“
In der PawsPet-App für Tierhalter können Sie diese Hinweise in das Freitextfeld „Besondere Merkmale“ schreiben (Karte „Tiere“ » der Hund » Menü ⋮ » „Bearbeiten“, Schritt „Stammdaten“). Anschließend können Sie die Karte mit Personen teilen, die bereits ein PawsPet-Konto haben: ⋮ » „Mitwirkende“ » „Mitwirkende hinzufügen“. So können die Betreuungspersonen die Hinweise in den Stammdaten nachlesen, die für Mitwirkende jederzeit sichtbar sind.
Heute erledigen
Beginnen Sie mit drei konkreten Dingen:
- Gehen Sie die Wohnung auf Kniehöhe des Hundes durch und machen Sie den Weg zwischen Schlafplatz, Wasser und Tür frei.
- Wählen Sie drei Gesten aus und stimmen Sie sie mit der ganzen Familie ab.
- Schreiben Sie die Notiz für die Betreuungsperson und üben Sie gemeinsam die Annäherungsroutine.
Ziel ist es, den Alltag vorhersehbarer zu machen und dabei sein Tempo zu respektieren.



