Wenn nur wenige Quadratmeter zur Verfügung stehen, bietet die Höhe zusätzlichen Platz. Ein Kletterweg, der niedrig beginnt, gut erreichbare Zwischenstopps bietet, einen Ruheplatz und mindestens zwei Abstiegsmöglichkeiten hat, ist besser als verstreute Regale und Zubehör – vorausgesetzt, alles ist sicher befestigt und weit genug von der Küche und Wärmequellen entfernt. So planst du den Weg, bevor du etwas kaufst oder Löcher bohrst.
Warum die Höhe zusätzlichen Raum schafft
Viele Katzen suchen erhöhte Plätze auf: Von dort aus beobachten sie den Raum, ruhen sich aus, ohne dass jemand auf sie tritt, und können sich von Dingen entfernen, die sie stören. In einer kleinen Wohnung, in der am Boden wenig Platz zum Bewegen ist, bietet vertikaler Raum eine einfache Möglichkeit zur Umgebungsanreicherung. Bei mehreren Katzen können erhöhte Plätze auch helfen, Begegnungen zu vermeiden: Jede hat ihren eigenen Platz und einen Weg dorthin.
Den Kletterweg vor dem Kauf planen
Nimm ein Blatt Papier, zeichne den Grundriss des Zimmers und skizziere den Kletterweg für Katzen Schritt für Schritt.
- Beobachte, wo deine Katze bereits hinaufklettert. Achte einige Tage lang darauf, welche Möbel sie nutzt und welche Sprünge sie ohne Zögern schafft: Das ist die Grundlage deiner Planung.
- Wähle einen niedrigen Ausgangspunkt. Ein Stuhl, ein Pouf oder ein niedriges Möbelstück: Der erste Schritt sollte leicht erreichbar sein.
- Füge Zwischenstopps in etwa den Abständen hinzu, die deine Katze bereits überwindet. Im Zweifel rücke sie näher zusammen: Ein zusätzlicher Zwischenstopp ist besser als ein Sprung am Limit.
- Plane einen großzügigen Zielpunkt. Auf einem Regalboden sollte sich die Katze vollständig ausstrecken können, ohne dass Pfoten oder Schwanz in der Luft hängen.
- Biete für jeden Abschnitt einen weiteren Abstieg an. Wenn der einzige Rückweg von einer anderen Katze oder einer Tasche blockiert wird, sitzt deine Katze oben fest: Vermeide Sackgassen.
- Halte den Kletterweg von Fernseher und zerbrechlichen Gegenständen fern. Ein Rennen oder ein misslungener Sprung genügt, damit Dinge in der Nähe herunterfallen.
Ein Beispiel für eine Zweizimmerwohnung
Das ist ein anschauliches Beispiel, kein Test. In einem Wohnzimmer mit einem Sofa an der Wand:
- Aufstieg: Sofa → Wandregal an derselben Wand → Oberseite des Bücherregals → breiter Regalboden in der Nähe des geschlossenen oder gesicherten Fensters.
- Erster Abstieg: derselbe Weg zurück.
- Zweiter Abstieg: vom breiten Regalboden zu einem niedrigen Möbelstück und von dort auf den Boden, ohne über das Bücherregal zu gehen.
Als Zwischenstopp genutzte Möbel müssen stabil sein: Wenn sie wackeln, sobald du eine Hand darauf legst, sind sie ungeeignet.
Befestigungen und Oberflächen: nichts improvisieren
Wandregale und Regalböden für Katzen sicher zu befestigen, erfordert mehr Sorgfalt, als es zunächst scheint: Die Katze sitzt nicht nur darauf, sondern springt und landet mit Schwung.
- Wand und Dübel. Massives Mauerwerk, Lochziegel und Gipskarton erfordern unterschiedliche Dübel. Wenn du nicht weißt, aus welchem Material deine Wand besteht oder wo Kabel und Rohre verlaufen, lass dich vor dem Bohren beraten.
- Belastbarkeit. Die vom Hersteller angegebene Belastbarkeit sollte das Gewicht der Katze deutlich übersteigen: Bei der Landung wird der Regalboden stärker belastet als durch eine ruhig sitzende Katze. Befolge die Anweisungen zu Wandregalen, Halterungen und Dübeln.
- Oberfläche und Kanten. Eine rutschhemmende Beschichtung muss gut befestigt sein und darf keine hochstehenden Ränder haben. Ecken, Kanten und Schrauben dürfen nicht hervorstehen und keine scharfen Stellen aufweisen.
- Kontrollen. Keine Befestigung hält ewig: Kontrolliere Schrauben und Halterungen regelmäßig (siehe unten).
In einer Mietwohnung solltest du vor dem Bohren den Mietvertrag prüfen oder den Vermieter fragen. Alternativen ohne Bohren sind ein stabiler Kratzbaum, gegebenenfalls mit der vom Hersteller vorgesehenen Kippsicherung, oder die Oberseite vorhandener Möbel, die durch eine Stufe erreichbar gemacht wird. Wenn für die Befestigung gebohrt werden muss, gilt dieselbe Regel.
Wo erhöhte Plätze eingerichtet werden sollten
- In der Nähe eines Fensters, aber nur, wenn es geschlossen oder gesichert bleibt.
- Mit Blick auf den Bereich, in dem du dich aufhältst: So kann die Katze Gesellschaft haben, ohne im Weg zu sein.
- Weit entfernt von Kochfeld, Heizkörpern, Öfen und anderen Wärmequellen: Wärme zieht viele Katzen an, und ein Kochfeld kann auch nach der Benutzung noch heiß sein.
- Nicht über Katzenklo oder Futternäpfen: Katzen brauchen beim Fressen und bei der Benutzung des Katzenklos Ruhe.
- Ein ruhiger Schlafplatz, getrennt von den Durchgangsbereichen.
- Wenn deine Katze auf das Kochfeld springt, biete ihr in der Nähe einen alternativen erhöhten Platz an, aber nicht über der Küche.
Kätzchen, ältere Katzen und zögerliche Katzen
Kätzchen. Zu Beginn nur niedrige Höhen und Aufsicht, bis sie sich mit dem Kletterweg vertraut gemacht haben.
Ältere oder übergewichtige Katzen. Sie brauchen Stufen oder Rampen, engere Zwischenstopps und breitere Regalböden, damit das Hinaufklettern und Hinlegen weniger anstrengend ist.
Zögerliche Katzen. Wenn eine Katze plötzlich nicht mehr dorthin hinaufklettert, wo sie es zuvor getan hat, vor einem Sprung zögert oder nur mühsam wieder herunterkommt, liegt das Problem nicht an der Einrichtung: Lass sie tierärztlich untersuchen, ohne abzuwarten, ob es von selbst vorbeigeht, und ohne selbst nach einer Erklärung zu suchen. Erzähl beim Besuch, was sich verändert hat und seit wann. Wenn du noch keine Tierarztpraxis hast, kannst du in der Registerkarte «Servizi» der PawsPet-App nach einer Praxis in deiner Nähe suchen, indem du die Dienstleistungsart «Veterinario» auswählst.
Die monatliche Kontrolle
Gehe den Kletterweg einmal im Monat von oben bis unten durch. Wenn etwas nicht stimmt, halte deine Katze von diesem Abschnitt fern, bis das Problem behoben ist.
- Schrauben und Halterungen: nichts wackelt, keine Schraube lockert sich.
- Rutschhemmende Oberflächen: fest angebracht, keine hochstehenden Ränder.
- Regalböden: Entferne Gegenstände, die dort oben gelandet sind.
- Abstiege: Beide Wege sind noch frei.
- Kratzbaum: stabil, ohne zu wackeln.



