Wenn ein Hund schnell fertig ist und das Futter des anderen stiehlt oder deine Hunde unterschiedliche Diäten bekommen, kommt es auf eine gute Organisation an. Jeder Hund sollte einen festen Platz haben, der weit genug von den anderen entfernt ist, damit er deren Näpfe nicht erreichen kann. Gefüttert wird zu festen Zeiten und unter deiner Aufsicht; nach dem Fressen werden die Näpfe weggeräumt.
Futter, Portionen und Leckerlis bleiben für jeden Hund getrennt. Art und Menge des Futters bestimmt der Tierarzt. Die Fütterung sollte organisiert ablaufen und kein Wettlauf darum sein, wer zuerst am Napf ist: Ein paar einfache Regeln, die immer gelten, reichen aus.
Warum ein ständig voller Napf die Dinge komplizierter macht
Den Napf ständig gefüllt stehen zu lassen, ist nicht grundsätzlich falsch, bringt bei mehreren Hunden aber einige Schwierigkeiten mit sich:
- Du weißt nicht, wer was gefressen hat. Wenn alle freien Zugang zu allen Näpfen haben, sagt dir ein fast leerer Napf nicht, welcher Hund davon gefressen hat.
- Der Schnellste frisst mehr. Wer schnell fertig ist, kann zum Napf des anderen wechseln, sodass für diesen weniger übrig bleibt.
- Weniger Appetit fällt nicht auf. Das ist ein Zeichen, das du dem Tierarzt mitteilen solltest. Es lässt sich aber schwer bemerken, wenn du nicht weißt, wie viel jeder Hund gefressen hat.
- Die Diäten vermischen sich. Das Futter des Welpen, des älteren Hundes oder das vom Tierarzt empfohlene Futter kann im falschen Napf landen.
So richtest du die Futterplätze ein
Jeder Hund hat seinen eigenen, immer gleichen Platz und frisst zu festen Zeiten. Wenn in einem Raum nicht genug Abstand möglich ist, nutze verschiedene Räume. Gehe dann bei jeder Mahlzeit so vor:
- Trenne die Hunde: mit einer geschlossenen Tür, einem Schutzgitter oder einer Box, die der Hund bereits kennt.
- Serviere das Futter: Stelle alle Näpfe gleichzeitig hin oder halte dich immer an dieselbe Reihenfolge. Die Reihenfolge hat keine besondere Bedeutung: Wichtig ist, dass sie vorhersehbar ist.
- Bleib dabei: Entferne dich erst, wenn alle fertig gefressen haben.
- Räume die Näpfe weg: Sobald ein Hund nicht mehr frisst, nimm seinen Napf weg, auch wenn noch Futter übrig ist, bevor du Türen oder Gitter wieder öffnest.
Wenn ein Hund zuerst fertig ist und zum anderen geht
Wenn immer derselbe Hund zuerst fertig ist und sich am Napf des anderen bedient, solltest du ihm diese Möglichkeit nehmen: Lass ihn in seinem Raum oder hinter dem Gitter, bis der andere fertig ist und dessen Napf weggeräumt wurde. Biete ihm in der Zwischenzeit eine ruhige Beschäftigung an, zum Beispiel, dass er sich mit einem eigenen Spielzeug auf sein Bett legt.
Wenn ein Hund sehr schnell frisst, gibt es auch Anti-Schling-Näpfe. Das ist ein eigenes Thema: Sie können zusätzlich helfen, ersetzen aber keinen getrennten Futterplatz.
Unterschiedliche Diäten ohne Futtertausch
Wenn Hunde unterschiedliche Diäten bekommen, zum Beispiel ein Welpe und ein erwachsener Hund, besteht die Gefahr, dass sie das Futter tauschen. Einige Gewohnheiten helfen, das zu vermeiden:
- Getrennte und beschriftete Behälter mit dem Namen des Hundes.
- Ein Messbecher pro Hund, der im jeweiligen Behälter aufbewahrt wird.
- Ein schriftlicher Fütterungsplan in der Nähe des Vorratsschranks mit Angaben dazu, was, wie viel und wann jeder Hund frisst – gemäß den Anweisungen des Tierarztes.
- Leckerlis und Kauartikel getrennt geben, jeweils am Futterplatz des Hundes.
- Wasser an mehreren Stellen im Haus bereitstellen, damit keiner zum Trinken am Futterplatz des anderen vorbeigehen muss.
- Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente niemals teilen: Was für einen Hund vorgesehen ist, darf dem anderen nicht gegeben werden.
Wenn ein Hund eine vom Tierarzt empfohlene Diät bekommt oder eine Unverträglichkeit hat, muss die Trennung konsequent sein: ein ausreichend weit entfernter Futterplatz, die Näpfe sofort wegräumen und keine Kostproben außerhalb des Fütterungsplans. Wenn einer der beiden trotzdem das Futter des anderen frisst, frage den Tierarzt um Rat.
Wer die Näpfe vorbereitet, braucht für jeden Hund eine Orientierungshilfe. Du kannst diese auch in der PawsPet-App hinterlegen: Im Profil jedes Hundes kannst du die Diät im Bereich «Dieta, terapie e trattamenti» unter «Salute» erfassen (die Futtermenge trägst du selbst gemäß den Angaben des Tierarztes ein), dazu «Allergie e intolleranze» und das Gewicht unter «Misurazioni». Wenn du die Diät als «Ricorrente» einstellst, kannst du auch «Genera promemoria nelle attività» aktivieren. Ein als Mitarbeiter eingeladener Angehöriger sieht diese Daten nur, wenn er die Berechtigung «Salute» hat.
Worauf du bei jeder Mahlzeit achten solltest
Nimm dir bei jeder Mahlzeit eine Minute Zeit, um jeden Hund zu beobachten:
- Reste und Appetit: ob jeder Hund fertig gefressen hat, etwas übrig lässt oder langsamer als sonst frisst.
- Gewicht im Laufe der Zeit: Notiere es in regelmäßigen Abständen und besprich die Entwicklung mit dem Tierarzt, ohne die Portionen eigenmächtig zu ändern.
- Anspannung in der Nähe der Näpfe: Ein Hund starrt den anderen an, spannt sich an, knurrt oder frisst schneller, wenn sich der andere nähert.
Wenn du solche Anzeichen von Anspannung bemerkst, vergrößere sofort den Abstand oder trenne die Räume und wende dich an einen Hundetrainer oder einen Verhaltensberater: Versuche nicht, Übungen auf eigene Faust durchzuführen.
Wenn ein Hund nach dem Fressen des Futters des anderen erbricht, Durchfall oder andere Beschwerden hat oder nicht mehr frisst, wende dich an den Tierarzt.
Für die nächste Mahlzeit: Lege fest, wo jeder Hund frisst, schreibe den Fütterungsplan für jeden auf und beobachte eine Woche lang, wer Reste übrig lässt.



