Wenn ein Hund Autofahren nicht verträgt, treten starkes Speicheln, Gähnen und Unruhe oft vor dem Erbrechen auf. Ein sicherer Platz, frische Luft, eine sanfte Fahrweise sowie kurze und angenehme Fahrten können helfen, garantieren aber nicht, dass das Problem verschwindet. Treten die Beschwerden häufig oder stark auf oder kommen weitere Symptome hinzu, sprich mit dem Tierarzt, ohne dem Hund eigenmächtig Medikamente oder Hausmittel zu geben.
Anzeichen von Reiseübelkeit
Der erste Schritt ist, das Verhalten zu beobachten, bevor du etwas änderst. Im Auto kann sich das Unwohlsein des Hundes so zeigen:
- Speicheln (der Hund sabbert);
- wiederholtes Gähnen;
- Lippenlecken;
- Unruhe oder ungewöhnliche Bewegungslosigkeit;
- Winseln;
- Erbrechen.
Ein Hund kann nur einige dieser Anzeichen zeigen, und nicht immer in derselben Reihenfolge. Beobachte und notiere am besten, wann sie auftreten: wie lange nach dem Start, auf welcher Art von Straße, auf welchem Platz im Auto der Hund mitfährt und ob er kurz zuvor gefressen hat. Das sind einfache Angaben, die dir helfen, die Fahrt anzupassen und später mit dem Tierarzt darüber zu sprechen.
Übelkeit, Angst oder beides?
Übelkeit und Angst können sich überschneiden und lassen sich von außen nicht immer unterscheiden. Tritt das Unwohlsein schon beim Anblick des Autos oder vor dem Losfahren auf, kann Angst eine Rolle spielen, möglicherweise aufgrund unangenehmer Fahrten. Tritt es dagegen erst auf, wenn das Auto fährt, lässt sich weder das eine noch das andere ausschließen.
Das sind Hinweise, keine Diagnose. Sie helfen bei der Entscheidung, woran du arbeiten solltest: am Komfort während der Fahrt, an der schrittweisen Gewöhnung oder an beidem – gemeinsam mit dem Tierarzt und gegebenenfalls einer Fachkraft für Verhalten.
Vor der Abfahrt: Futter, Platz und Luft
Der zweite Schritt ist, die Fahrt anzupassen. Dazu gehört auch, was du vor der Abfahrt vorbereitest.
- Futter. Fahre nicht direkt nach einer großen Mahlzeit los und frag den Tierarzt, wie du die Fütterung vor Fahrten am besten planst.
- Platz. Richte einen sicheren, stabilen Platz ein. Wenn du eine Transportbox oder einen Kennel verwendest, befestige ihn so, dass er nicht verrutscht, und lege eine rutschfeste Unterlage hinein.
- Luft. Halte den Innenraum kühl und gut belüftet.
- Sauberkeit. Nimm waschbare Unterlagen, Beutel, Feuchttücher und ein Ersatzhandtuch mit, damit du bei Bedarf in Ruhe sauber machen kannst.
Während der Fahrt: sanft fahren und Pausen einlegen
Sanftes Beschleunigen und Bremsen, ruhiges Fahren durch Kurven und, wenn du wählen kannst, möglichst gleichmäßige Strecken: Die Fahrweise liegt in deiner Hand. Plane kurze Pausen an einem ruhigen Ort ein und lege, wenn die ersten Anzeichen auftreten, nach Möglichkeit früher einen Stopp ein.
Wenn sich der Hund erbricht, halte an einer sicheren Stelle an, mach dich nicht verrückt und lass ihn sich ein paar Minuten erholen, bevor du weiterfährst. Schimpf nicht mit ihm: Er macht das nicht absichtlich.
Diese Maßnahmen sollen die Fahrt erträglicher machen. Sie garantieren nicht, dass das Erbrechen ausbleibt, und ersetzen nicht den Rat des Tierarztes.
Wann du mit dem Tierarzt sprechen solltest
Der dritte Schritt ist, den Tierarzt einzubeziehen. Wende dich an ihn, wenn:
- die Beschwerden häufig oder stark auftreten;
- der Hund große Angst hat;
- sich das Problem verschlimmert;
- eine lange Fahrt geplant ist.
Melde dich so bald wie möglich bei ihm und warte nicht bis zur nächsten Fahrt, wenn:
- Erbrechen oder Unwohlsein auch außerhalb des Autos auftreten;
- der Hund nach der Fahrt weiterhin matt ist;
- du weitere Symptome bemerkst.
In diesen Fällen solltest du nicht einfach davon ausgehen, dass es sich um Reiseübelkeit handelt.
Der Tierarzt kann die Ursachen und geeignete Möglichkeiten für deinen Hund beurteilen, gegebenenfalls auch Medikamente. Medikamente für Menschen oder Mittel, die er nicht empfohlen hat, können gefährlich sein – auch wenn sie von anderen empfohlen wurden oder du sie online gefunden hast.
Bring zum Termin eine Aufzeichnung der Beschwerden mit, auch wenn es nur ein paar Notizen sind: wann sie aufgetreten sind, um welche Art von Fahrt es sich handelte, ob der Hund kurz zuvor gefressen hatte und was danach passiert ist. In der PawsPet-App kannst du im Bereich „Gesundheit“ des Hundes einen Eintrag vom Typ „Sonstiges“ anlegen, zum Beispiel „Reiseübelkeit“, und nach jeder Fahrt eine datierte Notiz hinzufügen, die du dem Tierarzt zeigen kannst. Notizen helfen dir, dich zu erinnern, aber sie stellen keine Diagnose.
Den Hund Schritt für Schritt wieder ans Autofahren gewöhnen
Bei manchen Hunden bessert sich das Unwohlsein mit der Zeit, bei anderen nicht: Dieser Plan ist kein Versprechen, sondern eine schrittweise Möglichkeit, es auszuprobieren. Das braucht Zeit; für Fahrten, die sich nicht verschieben lassen, gelten vorerst die oben genannten Tipps. Geh erst zum nächsten Schritt über, wenn sich der Hund wohlfühlt.
- Halte dich mit Leckerli und Spiel in der Nähe des stehenden Autos auf.
- Lass ihn bei ausgeschaltetem Motor ein- und aussteigen, ohne ihn zu zwingen.
- Bleib mit ihm im Auto, im Freien, bei laufendem Motor, ohne loszufahren.
- Mach sehr kurze Fahrten zu einem schönen Ziel, etwa einer Wiese oder einem Spazierweg, und nicht nur zum Tierarzt.
- Verlängere die Fahrten nur, wenn der Hund ruhig bleibt, und halte an, bevor die Anzeichen auftreten.
Wenn das Unwohlsein zunimmt oder weitere Symptome auftreten, brich den Plan ab und sprich mit dem Tierarzt. Plane für den Anfang in den nächsten Wochen zwei oder drei kurze, angenehme Fahrten und notiere, wie der Hund reagiert.



