Für eine erste Nasensuche zu Hause genügen drei oder vier saubere Kartons, kleine Leckerlis, die dein Hund bereits mag, und ein paar Minuten Zeit. Das Geheimnis des Kistenspiels ist, mit einer sehr einfachen Stufe zu beginnen und immer nur eine Sache auf einmal zu verändern. So versteht dein Hund, was er tun soll, und kann schon bei den ersten Suchen Erfolg haben. Die Beschäftigung eignet sich gut für die kurzen, regnerischen Tage Ende Januar, wenn man mehr Zeit drinnen verbringt.
Was du brauchst: Kartons, Leckerlis und einen ruhigen Platz
Kartons. Nimm drei bis sechs ähnlich große Kartons, zum Beispiel Schuhkartons oder Versandkartons. Sie sollten sauber und frei von Klebeband, Heftklammern, beschichteten Etiketten, Styropor und Luftpolsterfolie sein. Verwende keine Kartons, in denen Reinigungsmittel oder Chemikalien waren.
Leckerlis. Verwende kleine Stücke: Am besten eignet sich ein Teil der Tagesration oder die üblichen Leckerlis, die du von der Tagesmenge abziehst. Bereite pro Einheit nur wenige Stücke vor. Wenn dein Hund eine vom Tierarzt empfohlene Diät bekommt, verwende nur zuvor abgesprochene Lebensmittel. Vermeide für Hunde gefährliche Lebensmittel wie Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln sowie Produkte mit Xylit.
Platz. Wähle einen Raum ohne andere Tiere oder herumrennende Kinder. Der Boden sollte rutschfest sein oder mit einem Teppich bedeckt werden. Beaufsichtige das Spiel von Anfang bis Ende und räume die Kartons nach der Einheit weg.
Die erste Einheit Schritt für Schritt
- Stelle einen offenen Karton auf den Boden. Zeige deinem Hund das Leckerli und lege es gut sichtbar hinein, während er zusieht.
- Wähle ein Startwort, zum Beispiel „Such“, und sage es erst, wenn das Leckerli bereits im Karton liegt.
- Lass deinen Hund selbst zum Karton gehen, ohne darauf zu zeigen oder ihn zu berühren. Wenn er das Leckerli findet, lobe ihn ruhig und wiederhole den Ablauf.
- Nach einigen erfolgreichen Suchen stellst du zwei oder drei offene Kartons auf, in die du ein einziges Leckerli legst – weiterhin, während dein Hund zusieht.
- Beende das Spiel nach wenigen erfolgreichen Suchen, solange dein Hund noch Lust darauf hat.
Wenn er das Leckerli nicht findet, hilf ihm nicht mit den Händen und zeige ihm auch nicht den Karton: Mach die Aufgabe einfacher. Stelle den Karton näher zu ihm, verwende nur einen Karton oder lass das Leckerli besser sichtbar liegen. Beende das Spiel anschließend mit einer erfolgreichen Suche.
So wird die Suche schwieriger
Verändere immer nur eine Sache auf einmal. Gehe zur nächsten Stufe über, wenn dein Hund die aktuelle in mehreren Einheiten mühelos bewältigt.
| Stufe | Was sich ändert | Wann es weitergeht |
|---|---|---|
| 1 | Ausgangspunkt: ein offener Karton, der Hund schaut zu | Er findet das Leckerli sofort und sicher |
| 2 | Mehrere offene Kartons, der Hund schaut zu | Er geht ohne Zögern direkt zum richtigen Karton |
| 3 | Der Hund schaut nicht zu, während du das Leckerli versteckst: Er wartet in einem anderen Raum oder bei einer vertrauten Person | Er sucht ruhig und findet das Leckerli ohne deine Hilfe |
| 4 | Die Kartonlaschen sind leicht geschlossen oder sauberes Papier liegt zerknüllt auf dem Leckerli | Er öffnet oder verschiebt es selbst, ohne unruhig zu werden |
| 5 | Kartons sind im Raum verteilt oder einer steckt im anderen | Er prüft die Kartons nacheinander |
| 6 | Mehrere Leckerlis oder ein zweiter Raum | Letzte Stufe: immer nur ein Detail verändern |
Wenn dein Hund das Leckerli zwei Mal hintereinander nicht findet, kehre zur vorherigen Stufe zurück. Die Stufen sind Richtwerte.
Wie oft und wie lange?
Einheiten von wenigen Minuten reichen aus, ein paar Mal pro Woche oder öfter, wenn dein Hund Spaß daran hat. Beende das Spiel, bevor er müde wird. Das sind keine festen Regeln: Beobachte deinen Hund und passe das Tempo an. Damit du keine Einheit vergisst, kannst du in der PawsPet-App unter „Aktivitäten“ eine wiederkehrende Aktivität erstellen, zum Beispiel vom Typ „Haustraining“, und dafür „Wiederholen“ sowie eine Erinnerung einstellen. Anschließend kannst du jede Einheit als erledigt markieren.
Fehler, die du vermeiden solltest, und Anzeichen von Frust
- Auf den Karton zeigen oder ihn berühren. Damit löst du die Aufgabe für deinen Hund. Lass ihn selbst herausfinden, wo das Leckerli ist.
- Lange Einheiten oder zu viele Leckerlis. Lieber wenige erfolgreiche Suchen als ein Spiel, das in Langeweile endet. Die Leckerlis sollten klein sein und zur Tagesration zählen.
- Den Schwierigkeitsgrad plötzlich erhöhen. Wenn du mehrere Dinge zugleich veränderst, ist dein Hund möglicherweise überfordert: Orientiere dich wieder an der Tabelle.
Anzeichen von Frust. Wenn dein Hund bellt, heftig kratzt oder sich entfernt, könnte er frustriert sein: Geh zu einer leichteren Stufe zurück oder mach eine Pause.
Wenn er Karton oder Papier zerreißt oder verschluckt. Unterbrich das Spiel und wechsle zu robusten Behältern, die er nicht zerbrechen kann. Beaufsichtige ihn weiterhin. Hat er viel davon verschluckt oder geht es ihm nicht gut, wende dich an den Tierarzt.
Zwei Hunde. Lass sie einzeln spielen und bringe den anderen Hund in einem anderen Raum unter, um Futterkonkurrenz zu vermeiden.
Der Plan für die erste Woche
- Erste Tage: Stufen 1 und 2, wenige Suchen pro Einheit, immer während dein Hund zuschaut.
- Danach: Stufe 3, bei der dein Hund nicht zusieht, während du das Leckerli versteckst.
- Wenn Stufe 3 klappt: Stufe 4 mit leicht geschlossenen Kartonlaschen.
- Nach jeder Einheit: Notiere die erreichte Stufe und mach beim nächsten Mal dort weiter.
Gehe erst dann zur nächsten Stufe über, wenn dein Hund das Kriterium in der Tabelle erfüllt – auch wenn es mehrere Tage dauert.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich das mit einem Welpen machen?
Ja, in einer einfachen und sehr kurzen Variante: Stufen 1 und 2 mit nur wenigen Suchen. Während des Zahnwechsels kaut ein Welpe gern: Achte darauf, dass er nicht auf dem Karton herumkaut. Wenn er es doch tut, wechsle zu robusten Behältern.
Was, wenn mein Hund kein Interesse zeigt?
Probiere Leckerlis aus, die er lieber mag, wähle einen Zeitpunkt fernab der Mahlzeiten und kehre zu einer leichteren Stufe zurück. Wenn Futter ihn nicht motiviert, kannst du Nasenspiele zum Selbermachen ausprobieren, bei denen du statt Futter eines seiner Spielzeuge versteckst.



