Ein Kätzchen klettert oft schon hinauf, bevor es sicher wieder herunterkommt. Das Risiko liegt daher nicht im Klettern selbst, sondern darin, dass etwas nachgibt, herunterfällt oder eine Öffnung lässt. Verankere alles, was umkippen könnte, räume erreichbare Ablagen frei und biete ihm stabile Wege mit kurzen Etappen.
Möbel an der Wand befestigen
Ein Kätzchen, das sich festkrallt und Schwung holt, kann ein hohes, nicht verankertes Möbelstück ins Wanken bringen, sodass es auf das Tier fallen könnte. Achte besonders auf:
- hohe Bücherregale;
- Kommoden;
- TV-Möbel und Fernseher auf Standfüßen;
- an die Wand gelehnte Spiegel;
- Stehlampen.
Verwende zum Verankern Kippsicherungen oder Gurte. Montiere sie gemäß den Herstellerangaben und prüfe vorher die Wandbeschaffenheit, denn geeignete Befestigungen sind nicht für jede Wand gleich. Wenn du unsicher bist, lass dir von einer fachkundigen Person helfen. Kontrolliere gelegentlich, ob Halterungen und Gurte noch fest sitzen. Bewahre schwere Gegenstände in den unteren Fächern auf, damit das Möbelstück oben weniger kopflastig ist. Wenn du zur Miete wohnst, sprich mit dem Vermieter, bevor du etwas an der Wand befestigst.
Ablagen, Regale und Gegenstände, die herunterfallen können
Berücksichtige auch, was das Kätzchen erreicht, wenn es von einem Stuhl oder einem anderen Möbelstück aus springt: Lass auf erreichbaren Ablagen keine zerbrechlichen Gegenstände (Gläser, Bilderrahmen aus Glas), schweren Dinge (Dekoration, Buchstützen) oder scharfen Gegenstände (Scheren, Messer) liegen. Drei Situationen erfordern besondere Aufmerksamkeit:
- Schwere Vasen, die unsicher stehen: Stelle sie an einen sicheren Ort außerhalb seiner Reichweite.
- Brennende Kerzen: Lass sie niemals unbeaufsichtigt und halte sie von erreichbaren Ablagen fern.
- Vorhänge und Gardinenstangen: In den ersten Monaten können sie zur Kletterleiter werden. Ziehe die Vorhänge vorübergehend hoch oder binde sie außerhalb seiner Reichweite fest.
Offene Treppen, Galerien und Hochbetten
Hier ist eher die Öffnung gefährlich als der Aufstieg. Geh auf die Höhe des Kätzchens herunter und sieh dir Folgendes genau an:
- Abstände zwischen den Treppenstäben und Geländerstäben;
- Treppenstufen ohne Setzstufe, also mit offener Rückseite;
- Geländer an Galerien, wenn sie Öffnungen lassen;
- Etagen- und Hochbetten mit verbleibenden Öffnungen.
Als vorübergehende Lösung kannst du transparente Platten oder Netze verwenden, die ohne Öffnungen befestigt werden. Bis du die Bereiche gesichert hast, halte den Zugang dorthin geschlossen. Ein Kinderschutzgitter reicht möglicherweise nicht aus: Ein Kätzchen kann daran hochklettern oder zwischen den Stäben hindurchschlüpfen.
Ein Weg hinauf und hinunter
Du musst ihm das Klettern nicht verbieten: Wichtig sind stabile, nahe beieinanderliegende Aufstiegshilfen, damit es auch wieder herunterkommt. Plane eine Abfolge kleiner Schritte statt eines einzigen Sprungs und beginne mit mäßigen Höhen. Erhöhe sie erst, wenn du siehst, dass es sicher ist.
| Wo es hin möchte | So kannst du helfen |
|---|---|
| Sofa oder Bett | Ein stabiler Hocker oder Tritt daneben, der weder wackelt noch rutscht |
| Regal oder hohes Möbelstück | Nahe beieinanderliegende Zwischenablagen für kleine Schritte hinauf und hinunter; Möbelstück an der Wand befestigt |
| Kratzbaum in Turmform | Breiter, schwerer Standfuß; bei großer Höhe an der Wand befestigen |
Wähle für Ablagen und Tritte rutschfeste Oberflächen, die breit genug sind, damit alle Pfoten darauf Platz haben, und lege unter die Stellen, von denen es am häufigsten springt, einen rutschfesten Teppich. Bevor du es den Kratzbaum benutzen lässt, schiebe ihn vorsichtig mit einer Hand an: Bewegt er sich, befestige ihn an der Wand oder wähle ein Modell mit breiterem, schwererem Standfuß. Beobachte anschließend, wie es hinauf- und hinunterklettert: Zögert es, rutscht es aus oder springt es aus zu großer Höhe, füge eine Zwischenstufe hinzu.
Nach einem Sturz: Wann du den Tierarzt kontaktieren solltest
Kontaktiere sofort den Tierarzt, wenn das Kätzchen aus großer Höhe gefallen ist oder wenn es:
- humpelt;
- schwer atmet;
- blutet;
- apathisch ist oder sich ungewöhnlich verhält.
Ruf im Zweifel trotzdem an: Beschreibe, woher es gefallen ist, wann es passiert ist und wie es sich jetzt verhält, und befolge die erhaltenen Anweisungen. Gib ihm keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung und setze es vorsichtig in die Transportbox.
Schnellcheck für jeden Raum
Prüfe heute in jedem Raum diese fünf Punkte. Wiederhole die Kontrolle, wenn das Kätzchen neue Höhen erreicht oder du die Möbel umstellst:
- Hohe Möbel, Fernseher, Spiegel und Lampen: Sind sie befestigt oder standsicher?
- Erreichbare Ablagen: Liegen dort zerbrechliche, schwere oder scharfe Gegenstände oder offene Flammen?
- Vorhänge und Gardinenstangen: Können sie ihm als Kletterleiter dienen?
- Treppen, Galerien und Hochbetten: Gibt es Öffnungen oder ungesicherte Zugänge?
- Kletterwege: Sind Stufen und Ablagen stabil, die Oberflächen rutschfest und liegt an den Sprungstellen ein Teppich?
Wenn du nicht alles sofort sichern kannst, fange bei den Stellen an, an denen du es am häufigsten klettern siehst. Fenster, Kippfenster und Balkone musst du gesondert kontrollieren.



