Wenn auf einem Wanderweg ein Mountainbike oder ein Läufer auftaucht, geh rechtzeitig an einer breiten Stelle an den Rand und stell dich zwischen die Person und den Hund. Nimm die Leine kürzer und bitte den Hund, ruhig neben dir zu bleiben. Belohne ihn, bis die andere Person vorbei ist. Bei einem Pferd hältst du an und fragst den Reiter, wie er am liebsten passieren möchte; bei einem anderen Hund fragst du immer erst, bevor du die Hunde einander näherkommen lässt.
Diese Routine funktioniert am besten, wenn der Hund sie bereits in einfachen Situationen gelernt hat: Trainiere sie zuerst in kleinen Schritten, von zu Hause bis zum Wanderweg.
Warum enge Passagen Hunde vor Herausforderungen stellen
Auf einem breiten Weg hat der Hund genug Platz, um hinzuschauen und andere vorbeizulassen; auf einem engen Abschnitt kommen mehrere Faktoren zusammen. Ein Fahrrad nähert sich schnell und ist oft fast lautlos: Der Hund bemerkt es möglicherweise erst im letzten Moment. Läufer können den Hund zum Hinterherjagen oder Spielen animieren. Ein Pferd ist groß und kann sich erschrecken, besonders wenn ein Hund plötzlich losläuft oder bellt. Am Wegesrand ist wenig Platz, und eine gespannte oder ausziehbare Leine kann genau dort über den Weg reichen, wo jemand vorbeimuss.
Gemeinsam ist diesen Situationen der Druck: wenig Abstand, wenig Zeit zum Entscheiden und vielleicht ein ohnehin schon aufgeregter Hund. Deshalb braucht der Hund eine einfache, bereits bekannte Aufgabe.
Die Übung am Wegesrand trainieren, bevor es auf den Wanderweg geht
Wähle ein kurzes Signalwort, zum Beispiel „Zur Seite“, und verwende es nur für diese Übung. Der Hund soll neben dir bleiben, auf der Seite, die der vorbeigehenden Person abgewandt ist, während du dich dazwischenstellst. Gehe schrittweise vor:
- Geh zu Hause ein paar Schritte mit dem Hund neben dir, auf der von einer vorbeigehenden Person abgewandten Seite: Sag das Signalwort und belohne ihn.
- Lass ihn zusätzlich ein paar Sekunden ruhig stehen, belohne ihn dabei weiter und beende die Übung anschließend immer mit demselben Wort.
- Geh mit dem Hund an der Leine auf eine ruhige Straße. Eine Hilfsperson geht mit Abstand und kommt auf der dem Hund abgewandten Seite vorbei: Belohne den Hund, bis die Person an euch vorbeigegangen ist.
- Anschließend läuft die Hilfsperson, weiterhin mit großem Abstand.
- Zum Schluss fährt die Hilfsperson mit dem Fahrrad vorbei, zunächst langsam und mit großem Abstand, dann näher.
Gehe erst zum nächsten Schritt über, wenn der Hund entspannt bleibt und das Leckerli annimmt. Hört er auf zu fressen oder wird steif, geh zurück zum vorherigen Schritt. Halte die Trainingseinheiten kurz und beende sie mit einem Erfolg: Es gibt keinen festen Zeitplan, jeder Hund hat sein eigenes Tempo.
Auf dem Wanderweg: Fahrräder, Läufer, Pferde und andere Hunde
Fahrräder und Läufer
Schau nach vorn und zurück und achte auf Geräusche: Fahrräder und Läufer können aus beiden Richtungen kommen. Sobald du sie siehst oder hörst, geh an einer breiten Stelle an den Rand und signalisiere mit einer Geste oder einem Gruß, dass du sie bemerkt hast. Halte den Hund auf der abgewandten Seite, stell dich dazwischen, nimm die Leine kurz und verwende das Signalwort. Gib ihm ein Leckerli nach dem anderen, bis die Person vorbei ist. Danach geht ihr mit einem letzten Leckerli weiter.
Pferde
Wenn du mit deinem Hund einem Pferd begegnest, halte an einer Stelle an, an der genug Platz ist, und lass den Hund ruhig und still neben dir stehen: Ein plötzliches Loslaufen oder Bellen kann das Pferd erschrecken. Grüße den Reiter und frag, wie ihr am besten Platz machen sollt. Gehe nicht einfach davon aus, dass eine bestimmte Seite richtig ist: Das hängt vom Pferd und vom Gelände ab. Geh nicht dicht am Hinterteil des Pferdes vorbei und geh erst weiter, wenn Pferd und Reiter sich entfernt haben. Belohne den Hund für seine Ruhe.
Andere Hunde
Frag immer erst, bevor du deinen Hund an einen anderen heranlässt, auch wenn er freundlich wirkt: Du weißt nicht, ob der andere Hund die Begegnung möchte oder Abstand braucht. Wechselt der andere Halter die Seite oder nimmt die Leine kürzer, mach ebenfalls Platz und tu es ihm gleich. Darf dein Hund frei laufen, lass ihn nicht zu angeleinten Hunden hinlaufen: Ein angeleinter Hund kann sich nicht selbst entfernen.
Wenn der Hund bellt, zieht oder hinterherjagen will
Vergrößere sofort den Abstand: Geh weiter weg von der vorbeigehenden Person, notfalls auch zurück, bis der Hund dich wieder anschauen und ein Leckerli nehmen kann. Geh dann zu den einfacheren Trainingsschritten zurück und baue die Übung von dort aus wieder auf. Meide enge Wege zu Stoßzeiten, bis es besser klappt. Nicht an der Leine rucken und den Hund nicht bestrafen: Das erhöht die Anspannung und bringt ihm nicht bei, was er tun soll, statt zu bellen oder zu ziehen.
Wenn der Hund trotz der Übungen weiterhin bellt oder zieht, ist es sinnvoll, sich von einem Hundetrainer begleiten zu lassen. In der PawsPet-App kannst du im Bereich „Dienste“ nach „Hundetraining“, „Gehorsamstraining“ oder „Verhaltensberatung“ filtern und Preise sowie Bewertungen der verfügbaren Angebote vergleichen.
Leine und Ausrüstung für enge Passagen
Auf engen Wegabschnitten lässt sich eine feste Leine mittlerer Länge besser handhaben als eine ausziehbare Leine. Letztere hält den Hund weiter von dir entfernt und kann quer über den Weg reichen. Eine bestimmte Marke oder Länge ist nicht nötig: Wichtig ist, den Hund ohne Rucken neben dir zu halten und die örtlichen Vorgaben einzuhalten.
- Gut sitzendes Geschirr: Der Hund darf sich nicht herauswinden können, wenn er sich erschreckt.
- Freihändige Leine mit Hüftgurt: Praktisch nur, wenn du den Hund unter Kontrolle behältst; nimm die Leine bei Bedarf in die Hand.
- Leckerlibeutel: Bewahre die Belohnungen griffbereit auf, damit du den Hund sofort belohnen kannst, während die andere Person vorbeigeht.
- Schleppleine: Nur in offenen Bereichen verwenden und einholen, wenn sich jemand nähert, da sie am Boden oder gespannt den Weg blockiert.
Bevor du einen stark frequentierten Wanderweg auswählst, trainiere diese Routine bei mehreren Ausflügen an ruhigen Orten: Signalwort, kurze Leine und Belohnungen griffbereit. Wechsle erst zu einer stärker frequentierten Strecke, wenn der Hund ruhig bleibt.



